Das deutsche Bankensystem besteht im Wesentlichen aus drei Säulen: dem Genossenschaftsverbund der Volks- und Raiffeisenbanken, den meist börsennotierten Privatbanken und den öffentlich-rechtlichen Sparkassen und Landesbanken. Die Säule mit den börsennotierten Unternehmen könnte in Zukunft Verstärkung erhalten. Die Genossenschaftsbanken stellen Überlegungen zu einem teilweisen Börsengang des Verbundes an, wie die Financial Times Deutschland (FTD) berichtet.
Nach Auskunft des Präsidenten des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, Christoph Pleister, könne man so zum Beispiel die Finanzkraft für Kaufgelegenheiten stärken. "Ich meine, dass dieses Thema innerhalb der nächsten Jahre in der Organisation diskutiert werden wird", so Pleister auf einer Veranstaltung in Berlin.
Neben den circa 100 Volks- und Raiffeisenbanken gehören unter anderem auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall, die Fondsgesellschaft Union Investment, die R+V Versicherungen und die Norisbank zum Genossenschaftsverbund. Allein die Börsennotierung eines dieser Unternehmen würde einen milliardenschweren Konzern erschaffen. So hat die Postbank für den Baufinanzierer BHW unlängst 1,8 Mrd. Euro bezahlt. Da Schwäbisch Hall den Markt der Baufinanzierer noch vor der BHW anführt, dürfte ein Börsengang weit mehr Kapital freisetzen.
Konkrete Pläne für einen Börsengang gibt es dem FTD-Bericht zufolge aber noch nicht. Klar ist jedoch, dass von keinem Unternehmen mehr als 50 Prozent an externe Investoren vergeben werden. Verbundchef Pleister betonte, dass bereits eine Platzierung von 24,9 Prozent erhebliche Potenziale mobilisieren würde. Damit behielten die Genossenschaftler auch die Sperrminorität.
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