24.03.2006

Erster Tarifvertrag für eine Direktbank

Die ING-DiBa und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di haben sich auf einen Tarifvertrag für die rund 2300 Beschäftigten der größten europäischen Direktbank geeinigt. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Frankfurt bezeichneten beide Parteien den Tarif als wegweisend für die wachsende Branche des Direktbankings. Der Tarif tritt rückwirkend zum 1. Januar 2006 für die drei ING-DiBa Standorte Frankfurt am Main, Nürnberg und Hannover in Kraft und regelt Arbeitszeit, Vergütung sowie Sozialleistungen.

Der neue Haustarif orientiert sich am allgemeinen Tarif für das private Bankgewerbe, ist aber auf die besonderen Anforderungen des Direktbankings zugeschnitten. So wurde unter anderem eine DiBa-spezifische Vergütungstabelle vereinbart, deren Niveau aber dem allgemeinen Banktarif entspricht. Tariferhöhungen im Bankgewerbe werden übernommen. Darüber hinaus wurden eine Reihe zusätzlicher Sozialleistungen sowie Maßnahmen zur Förderung der Frauenberufstätigkeit und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie vereinbart.

ING-DiBa und ver.di haben sich ferner darauf verständigt, dass für die Beschäftigten der Bank grundsätzlich die 5-Tage-Woche bei 39 Wochenstunden gilt. Für Arbeiten an Wochenenden, Feiertagen sowie für die Nachtarbeit werden ein finanzieller Ausgleich sowie zusätzliche Freizeiten gewährt.

Das für Banken zuständige Mitglied im ver.di-Bundesvorstand, Uwe Foullong, sieht in dem Tarifabschluss ein "hoffnungsvolles Signal" und verweist darauf, dass sich die meisten Direktbanken und vergleichbaren Unternehmen, darunter auch die Töchter großer Banken, noch immer im tariffreien Raum bewegten. Die Mitarbeiter seien oft unterbezahlt und leisteten zahllose Überstunden.

Einen "großen Wurf" mit modellhaftem Charakter nannte Ben Tellings, der Vorsitzende des Vorstandes der ING-DiBa, den neuen Tarif. Er betonte, dass durch den Vertrag kein Mitarbeiter der ING-DiBa schlechter, viele aber besser gestellt werden als vorher. Die zusätzlichen Kosten, die die ING-DiBa aufwende, seien eine sinnvolle Investition in attraktive und zukunftsfähige Arbeitsplätze.

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