Die Verbraucherzentralen und ihr Bundesverband (vzbv) haben eine gemeinsame Fragebogenaktion gestartet, um Missstände und Fehlentwicklungen im Ratenkreditgeschäft zu dokumentieren. Dabei sollen vor allem so genannte Restschuldversicherungen, die immer mehr Kreditinstitute zusammen mit ihren Ratenkrediten verkaufen, unter die Lupe genommen werden.
Durch die Restschuldversicherung kommt es oft zu einer Verdopplung oder gar Verdreifachung der Kreditkosten, so die Verbraucherzentralen. Die zusätzlichen Belastungen betragen häufig mehrere Tausend Euro. Betroffene Kreditnehmer berichten den Verbraucherschützern, sie hätten den Eindruck gehabt, dass die Restschuldversicherung mit abgeschlossen werden müsse, einige sogar, dass die Bank den Versicherungsabschluss verlangt habe.
Wenn ein Kreditinstitut den Abschluss einer Restschuldversicherung zur Pflicht macht, müssen die Kosten dieser Versicherung beim effektiven Jahreszins mit angegeben werden. Da die Kreditinstitute dies vermeiden wollen, überlassen sie es ihren Kunden, ob eine Versicherung abgeschlossen werden soll oder nicht. Dies bezweifeln die Verbraucherschützer aufgrund der Schilderungen betroffener Verbraucher allerdings. Da es regelmäßig an Zeugen fehle, könnten die Verbraucher ihre Angaben jedoch nicht beweisen.
Mit der Fragebogenaktion der Verbraucherzentralen sollen die tatsächlichen Praktiken aufgedeckt und dokumentiert werden. Politik und Finanzdienstleistungsaufsicht soll so der enorme Handlungsbedarf vor Augen geführt und die Position von Kreditnehmern in Gerichtsprozessen gestärkt werden. Betroffene Bankkunden werden deshalb aufgerufen, sich an ihre Verbraucherzentrale zu wenden und an der Fragebogenaktion teilzunehmen.
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