Die Verbraucherstimmung in Deutschland ist im September gegenüber dem Vormonat nochmals angestiegen. Dies geht aus der Konsumklimastudie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) für September hervor. Das Institut erechnete für September einen Konsumklimaindikator von 8,6 und prognostiziert für Oktober einen erneuten Anstieg auf 8,8 Punkte. Nach Angaben der GfK liegt das vor allem an der Neigung der Verbraucher, noch vor der Mehrwertsteuererhöhung im kommenden Jahr größere Anschaffungen zu tätigen. Die Erwartung der Verbraucher an die eigene Einkommensentwicklung ist dagegen leicht gesunken.
Seit mehreren Monaten zeigt sich, dass die Bereitschaft, größere Anschaffungen vorzuziehen tendenziell stärker steigt, je näher die Erhöhung der Mehrwertsteuer rückt. Das wirkt sich derzeit positiv auf die gesamte Verbraucherstimmung aus. Den beiden anderen Aspekten des Konsumklimas – den Erwartungen an Konjunktur und Einkommen – stehen die Verbraucher allerdings weiterhin skeptischer gegenüber. Deshalb steht ein Großteil der derzeitigen Kauflaune auf einem rationalen Fundament, so die Konsumforscher.
Die Verbraucher rechnen offensichtlich trotz finanzieller Belastungen ab Januar 2007 durch die höhere Mehrwertsteuer und den Wegfall einiger steuerlicher Vergünstigungen mit einer soliden wirtschaftlichen Entwicklung. Auch die fortdauernden Diskussionen um Zeitpunkt und Ausgestaltung der Gesundheitsreform scheinen die Konjunkturhoffnungen derzeit nicht weiter in Mitleidenschaft zu ziehen.
Die Einkommensstimmung bleibt aber nach wie vor das Sorgenkind der Konsumnachfrage. Offenbar rechnen die Verbraucher damit, dass ihre Aussichten auf höhere Löhne durch zahlreiche Belastungen an anderer Stelle wieder aufgezehrt werden. Hier wirken vermutlich sowohl steuerliche Belastungen wie die erhöhte Mehrwertsteuer als auch weitere zusätzliche Ausgaben für eventuell höhere Gesundheitskosten und die im Niveau zuletzt deutlich höheren Energiepreise negativ auf die Einkommenserwartung. Die vage Aussicht auf eine leichte Senkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung ändert deshalb nichts an der grundsätzlich skeptischen Stimmung.
Da die gesteigerte Kauflust nicht auf einer optimistischen Einschätzung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beruhe, sondern vor allem die geplante Steuererhöhung umgehen soll, schließen die Konsumforscher einen Rückgang des GfK-Index im nächsten Jahr nicht aus. Die Psychologie der Verbraucher werde darüber entscheiden, ob bereits gefühlte Preissteigerungen ausreichen, um eine spürbare Konsumschwäche auszulösen. Sollten sich Konjunktur- und Einkommenserwartung in nächster Zeit weiter seitwärts entwickeln oder sogar noch weitere Einbußen erleiden, ist Anfang 2007 sogar bei relativ stabilem Preisniveau ein merklicher Einbruch bei der Konsumlaune nicht unwahrscheinlich, so das Institut.
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