Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wird die Pannen beim WErtpapierhandel Anfang März genau prüfen, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD). Seit die Aktienkurse vor einer Woche stark zu fallen begannen, konnten Investoren bei vielen Emittenten oft stundenlang nur eingeschränkt kaufen und verkaufen, weil die Online-Broking-Systeme überlastet waren.
Grundlage für das Vorgehen der BaFin ist eine Wohlverhaltensrichtlinie, die die Wertpapierdienstleistungsunternehmen einhalten müssen. "Demnach müssen die Unternehmen unter anderem Vorkehrungen treffen, um Systemausfälle und Verzögerungen möglichst gering zu halten", sagte eine Sprecherin der Behörde.
Auch der Branchenverband Derivate Forum erwägt Konsequenzen. "Das Thema Handelsausfälle wird im Derivate Forum diskutiert", sagte eine Sprecherin. "Die Emittenten denken darüber nach, was getan werden müsste, um die Orderausführung auch an Tagen mit hohen Umsätzen zu garantieren."
Die Computersysteme einiger Emittenten haben nicht mit dem Marktwachstum von teils 30 Prozent pro Jahr mitgehalten. "Die Branche hat ein Kapazitätsproblem", sagte ein Derivateexperte. Schließlich waren auch die Marktführer bei Derivaten für Privatanleger, die Deutsche Bank und die Commerzbank, von den Einschränkungen betroffen. Die Commerzbank hat einen Teil ihrer Hardware, der für den Ausfall verantwortlich gewesen sei, bereits ausgetauscht, erklärte der zuständige Produktmanager des Instituts.
Sowohl Smart-Trading, das Börsensegment für strukturierte Produkte an der Frankfurter Wertpapierbörse, als auch die Derivatebörse Euwax in Stuttgart sind bisher auf ein für den Aktienhandel entwickeltes Orderrouting-, Handels- und Abwicklungssystem namens Xontro angewiesen, das stolze 15 Jahre alt ist.
Den Börsen ist das Defizit bewusst. So kündigte Marc Zahn, Chef von Smart Trading, unlängst im FTD-Gespräch an, dass die Übertragungskapazität von Quotierungen ab dem kommenden Jahr auf mehrere Hundert Millionen pro Tag ausgelegt werden soll und zwar auf dem vollelektronischen Handelssystem der Deutschen Börse, Xetra. Derzeit gebe es eine Kapazität von rund 50 Millionen Quotierungen. Auch Oliver Hans, Geschäftsführer der Baden-Württembergischen Wertpapierbörse, sieht die Notwendigkeit, sowohl Xontro als auch sein eigenes Handelssystem zu verbessern.
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