Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat die Rente mit 67 als eine Regelung kritisiert, die Frauen benachteiligt. Brigitte Setzer-Pathe, Sprecherin der Frauen im SoVD, erklärte, damit schaffe "der Gesetzgeber eine neue Rentenart, zu der Frauen nahezu keinen Zugang haben. Das ist eine massive Benachteiligung von Frauen."
Problematisch sei in erster Linie die Ausnahmeregelung, wonach Beschäftigte mit 45 Beitragsjahren noch im Alter von 65 Jahren in Rente gehen können. Sie sei verfassungs- wie europarechtlich problematisch, wie Experten bei der Anhörung des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales übereinstimmend kritisiert haben.
Da die meisten Frauen ihre Berufstätigkeit wegen der Kinderziehung oft für mehrere Jahre unterbrechen, erreichen derzeit nur 3,7 Prozent der westdeutschen und 7,6 Prozent der ostdeutschen Frauen 45 Beitragsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung. Dagegen kommen 28 Prozent der westdeutschen Männer und 22,8 Prozent der ostdeutschen Männer auf 45 Beitragsjahre.
Frauen haben nach wie vor sehr viel niedrigere Renten als Männer und ein höheres Risiko der Altersarmut. Nur wer durchgehend beruftätig ist, könne in Deutschland mit einer ausreichenden eigenständigen Rente rechnen, so der SoVD weiter. Deshalb fordert er, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Väter und Mütter müsse dringend verbessert werden, auch durch einen flächendeckenden Ausbau der Kinderbetreuung.
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