Die Finanzierung der eigenen vier Wände scheint immer günstiger zu werden. 90 Prozent der deutschen Retailbanken beklagen
Margenverluste im Baufinanzierungsgeschäft und halten weitere
Margensenkungen für unvermeidbar. Zu diesem Ergebnis kommt die
aktuelle Baufinanzierungsstudie von PlanetHome, für die TNS Infratest
105 Top-Entscheider aus deutschen Kreditinstituten befragt hat.
Der Grund: Internetbanken setzen die klassischen Anbieter
zunehmend unter Druck. Im Durchschnitt sind die Baukredite von
Online-Anbietern und Baugeldvermittlern einen halben Prozentpunkt
günstiger als die Angebote der Retailbanken. 85 Prozent der
Entscheider halten daher Margensenkungen in diesem Segment für
unvermeidbar, um den Kundenverlust in den Filialen zu stoppen.
Bei Genossenschaftsbanken und Sparkassen wird der Margendruck in
der Baufinanzierung deutlich stärker wahrgenommen als bei
Privatbanken. Die Margensenkungen verdeutlichen, dass die Strategie der
Genossenschaftsbanken und Sparkassen, ausschließlich auf die eigenen
Produkte zu setzen, immer seltener funktioniert. Hingegen erweist
sich die selektive Ergänzung des eigenen Angebots durch
Baufinanzierungsprodukte auch anderer Anbieter als sinnvolles
Erfolgsrezept im Wettbewerb.
Sollten die Geschäftsmodelle nicht angepasst werden, drohen
hingegen weitere Verluste. Zukunftsprognosen gehen davon aus, dass
der Marktanteil klassischer Filialbanken in der Baufinanzierung von
derzeit 70 Prozent binnen weniger Jahre auf 50 Prozent absinken
könnte.