Der so genannte Nettorealverdienst (nach Abzug von Steuern, Sozialbeiträgen und bei Berücksichtigung der Preisentwicklung) liegt 2006 etwa auf dem gleichen Niveau wie 1986. Dem "Statistischen Taschenbuch" des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zufolge
lag der durchschnittliche Nettolohn 2006 bei 1320 Euro im Monat bzw. 15.845 Euro im Jahr und damit etwa so hoch wie 1986 mit damals 15.785 Euro jährlich.
Im Schnitt habe ein Arbeitnehmer 9291 Euro an Lohnsteuer und Sozialbeiträgen gezahlt. Das ist nach Angaben der "Bild"-Zeitung so viel wie nie zuvor. 1986 hätten die Abzüge noch bei 5607 Euro gelegen. Sie seien also um fast 66 Prozent gestiegen. Die Bruttolöhne seien im gleichen Zeitraum dagegen nur von 22.333 Euro auf 33.105 Euro im Jahr gestiegen. Auch die Inflation habe die Nettoeinkommen gesenkt. So hätten die Löhne in den vergangenen fünf Jahren um 4,1 Prozent zugelegt, die Preise dagegen um 7,1 Prozent.
Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, wiederholte gegen über dem Blatt seine Forderung nach einem Mindestlohn: "Es gibt dringenden Nachholbedarf für den ‚kleinen Mann’", so Sommer. Die Geldbeutel der Menschen seien in den vergangenen Jahren geschröpft worden, und die Lohnsteigerungen mager ausgefallen. „Hauptsache billig - das scheint das Credo vieler Unternehmer zu sein“, kritisierte Sommer und forderte einen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 7,50 Euro pro Stunde.
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