26.09.2007

Finanzberatung der Banken muss besser werden

Private Kapitalanleger haben am meisten Angst davor, schlecht beraten zu werden. Gleich dahinter rangiert die Angst vor Krisen auf den internationalen Finanzmärkten. So lautet das Ergebnis einer aktuellen Erhebung, für die das Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der Hamburger Sparkasse 150 Hamburger mit einem Haushalts-Nettoeinkommen von mehr als 6.000 Euro befragen ließ.

Diese Furcht trägt vielleicht mit zu einem Phänomen bei, welches der aktuelle "Kundenmonitor Banken 2007" des Marktforschungs- und Beratungsinstituts psychonomics AG zum Schwerpunkthema "Finanzplanung" zeigt. Demnach plant die Hälfte der Deutschen (52 Prozent) ihre Finanzen am liebsten selbst und lässt sich dabei auch von niemandem reinreden. Die Bereitschaft, für eine objektive Finanzplanung eine Beratungsgebühr zu bezahlen ist zudem gering.

Bisher hat erst gut jeder zweite Bundesbürger (57%) zusammen mit seiner Bank oder einem anderen Finanzdienstleister schon einmal eine umfassende Finanzplanung durchgeführt. Und lediglich 29 Prozent haben sich bislang mehr als nur einmal ausführlich zu ihrer aktuellen und zukünftigen finanziellen Situation beraten lassen. Gleichzeitig gab aber jeder sechste der Befragten an, keinen wirklichen Überblick über die eigenen Finanzen und seine Absicherung zu haben. Und 44 Prozent sehen sich bisher nicht wirklich gut gegen aktuelle und zukünftige finanzielle Risiken geschützt.

Die Skepsis gegenüber professionellen Finanzplanern hat der Studie zufolge mehrere Ursachen. Zum einen weigern sich viele, den Beratern alle Geldanlagen und Versicherungen offen zu legen: Nur knapp jeder zweite Befragte (46%) ist hierzu ohne größere Einschränkung bereit. Dann haben viele Angst, es könnten sich entweder Versorgungslücken" auftun, die icht mehr zu schließen sind oder aber man hat das unangenehme Gefühl, nach der Finanzplanung zum Abschluss von Finanzprodukten bei der beratenden Bank verpflichtet zu sein.

Die Bankberatung muss also besser werden, lautet das Fazit beider Umfragen. Lediglich 38 Prozent der von der psychonomics AG Befragten, die bislang eine umfassende Finanzplanung mit einem Finanzdienstleister durchgeführt haben, beurteilen diese im nachhinein als ´ausgezeichnet` bzw. ´sehr gut`.

Für die psychonomics-Studie wurden im Juli und August diesen Jahres 3.000 Privatkunden zwischen 18 und 69 Jahren repräsentativ zu ihrem Finanzverhalten und ihrer Finanzmentalität befragt.

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