Die Deutsche Bundesbank hat 2007 einen Gewinn von 4,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das sind 100 Millionen Euro mehr als im Vorjahr, teilte das Institut in Frankfurt am Main mit. Der Jahresabschluss 2007 ist damit der höchste seit fünf Jahren. 3,5 Milliarden davon fließen in den Bundeshaushalt, der Rest geht in den Erblastentilgungsfonds.
Die wichtigste Quelle für den Bundesbankgewinn waren die Zinserträge in Höhe von 13,1 Mrd. Euro, von denen 11,7 Mrd. Euro auf Zinserträge in Euro entfielen. Dem standen Zinsaufwendungen von 5,6 Mrd. Euro gegenüber, so dass sich ein Nettozinsertrag von 7,5 Mrd. Euro ergeben hat. Außerdem flossen hohe Abschreibungen auf Fremdwährungen in das Jahresergebnis ein: Insgesamt 2,3 Mrd. Euro, davon 2,2 Mrd Euro in der US-Dollar-Position, konnte die Bundesbank verbuchen.
Bundesbankpräsident Prof. Axel Weber erklärte, der erfolgreiche Abschluss sei trotz des schwachen US-Dollars erzielt worden. Dies sei vor allem auf das gestiegene Zinsniveau im Euro-Raum zurückzuführen. Doch auch die institutsinterne Strukturreform habe damit ihre positive Wirkung bewiesen "Unsere geplanten jährlichen Kosteneinsparungen haben wir 2007 sogar überschritten", betonte Weber.
Als "nach wie vor Besorgnis erregend" bezeichnete er den Preisdruck, der die Inflationsrate bereits im Herbst auf 3 Prozent hatte ansteigen lassen. "Es ist keinesfalls sicher, dass die Inflationsrate im Durchschnitt des Jahres 2008 deutlich zurückgehen wird. Wir müssen deshalb die Entwicklung weiter sehr genau beobachten."
Die wirtschaftliche Entwicklung sieht Weber dagegen positiv. Die deutsche Wirtschaft befinde sich weiter "in einem soliden Aufschwung", die Nachfrage sei "breit fundiert und von zunehmender Beschäftigung getragen". Allerdings warnte Weber auch vor "erhöhten Abwärtsrisiken", die er nicht näher ausführte.
Vorstandsmitglied Dr. Hans-Georg Fabritius ging näher auf die Einsparungserfolge der Bundesbank ein. Das Bankinstitut habe 2007 seine Kosten um 300 Mio. Euro reduziert. Für die Jahre 2002 bis 2007 summiere sich die Ersparnis damit auf mehr als eine halbe Milliarde Euro - nach Abzug der reformbedingten Kosten.
Bilanzpositionen, die Marktpreisschwankungen unterliegen, werden grundsätzlich zu Marktpreisen bewertet. Die dabei anfallenden Bewertungsgewinne sind nicht erfolgswirksam. Sie wurden nicht aktiv erwirtschaftet, sondern folgen aus Geldwertsteigerungen vorhandener Posten. Die Bewertungsgewinne betragen 55 Mrd. Euro, was fast ausschließlich auf den hohen Goldpreis zurückzuführen ist. Wertpapiere trugen nur 700 Mio. Euro zu den Bewertungsgewinnen bei.
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