Die gesetzlichen Krankenkassen planen eine Erhöhung ihrer Beiträge spätestens zum Sommer 2008. "Ich rechne spätestens zum 1. Juli mit einer neuen Beitragserhöhungswelle", sagte der Chef der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) Ingo Kailuweit dem "Handelsblatt". Grund sei die schwächere Konjunktur sowie steigende Gesundheitsausgaben.
Zudem reiche bei vielen Kassen die Beitragserhöhung vom Januar nicht aus um die erwarteten Kosten zu decken. Im Zuge der Erhöhung ergab sich ein Anstieg der Krankenkassenbeiträge um durchschnittlich 0,6 Punkte auf 14,82 Prozent. Bis zum Jahresende erwartet Kailuwait einen weiteren Anstieg auf 15,3 Prozent.
"Wir haben die Ausgaben nach wie vor nicht im Griff", begründete Kailuweit seine Einschätzung. Allein in den ersten beiden Monaten des Jahres seien die Arzneimittelausgaben zweistellig gewachsen. Zudem drückten Faktoren wie die Abschwächung der Konjunktur, der geringe Anstieg der Renten, der wachsende Niedriglohnsektor und die nach wie vor hohe Zahl von Arbeitslosengeld-II-Empfängern auf die Einahmen der Krankenkassen. Auch der Schätzerkreis der Krankenkassen korrigierte seine Erwartungen für die Einnahmen im laufenden Jahr gegenüber der letzten Prognose vom Dezember um 0,1 Prozentpunkte auf 1,4 Prozent nach unten.
Eine Rentenerhöhung um 1,1 statt der nach der Rentenformel erforderlichen knapp 0,5 Prozent würde den Kassen bei ihrem Einnahmeproblem schon helfen, begrüßte der KKH-Chef entsprechende Pläne der Großen Koalition. Auch die Forderung der Gesundheitsministerin, die Kassenbeiträge für Langzeitarbeitslose um zwei Mrd. Euro anzuheben ist im Sinne Kailuwaits. „Ich fürchte aber, dass dieser Plan den Haushaltskonsolidierungsplänen des Finanzministers zum Opfer fallen wird“, sagte Kailuweit. Er rechnet daher damit, dass es spätestens zum 1. Juli eine neue Beitragserhöhungswelle geben wird.
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