Altbundeskanzler und ZEIT-Herausgeber Helmut Schmidt fordert für Deutschland mehr Banken mit globaler Bedeutung. Wie DIE ZEIT berichtet, äußerte Schmidt auf der zweitägigen ZEIT KONFERENZ zum Thema "Finanzplatz: Menschen und Entscheidungen" in Frankfurt am Main.
"Wir sind die drittgrößte Volkswirtschaft in der Welt und haben keine große Bank mit echtem globalem Standing. Dafür zu sorgen, ist auch eine Aufgabe der Bundesregierung. Es ist ja grotesk, dass die wichtigsten Entscheidungen über deutsche Unternehmer in London getroffen werden", sagte Schmidt.
Erst kürzlich hatte die Commerzbank die Dresdner Bank übernommen. Damit entstand in Deutschland ein zweiter Global Player neben der Deutschen Bank, der aber auf dem weltweiten Finanzmarkt bezüglich Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl mit anderen Banken-Riesen wie beispielsweise der US-Bank Citigroup oder der britischen HSBC nicht mithalten kann.
Außerdem sprach sich Schmidt für eine stärkere Einbindung des Internationalen Währungsfonds bei der Ausarbeitung eines neuen Regelwerks für innovative Finanzinstrumente aus. Schmidt: "Jeder Verkehr braucht Regeln. Nur im Kapitalverkehr haben wir eine Entartung der Sicherheitsregeln erlebt."
Zuvor hatte John Lipsky, Vize-Direktor des Internationalen Währungsfonds, in seinem Referat für eine Stärkung der internationalen Zusammenarbeit bei der Früherkennung, dem Management und der Lösung internationaler Finanzkrisen plädiert. Der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Jochen Sanio, sprach sich im zweiten Plenum zum Thema "Regulatorische Konsequenzen aus der Bankenkrise" für eine weitergehende staatliche Regulierung aus. Mit Blick auf privatwirtschaftliche Initiativen zur Verbesserung von Sicherheitsstandards sagte Sanio: "Kommt in die Puschen".
Zum Thema
Dresdner Bank Übernahme fast beschlossen
Nicht überraschend: Dresdner geht an Commerzbank
Tipps der Redaktion:
Verwandte Artikel
Tags