Republikaner fordern die US-Regierung unter der Führung von Präsident Barack Obama auf, angeschlagene Großbanken bankrott gehen zu lassen, anstatt sie mit immer neuen Milliarden an Steuergeldern weiter zu unterstützen. Das berichtet das "Handelsblatt" in seiner Onlineausgabe.
Einige Republikaner in den USA befürchten einen ähnlichen wirtschaftlichen Niedergang wie in den 1990er Jahren während der Finanzkrise in Japan. Um das zu verhindern, solle die US-Regierung insolvente kleine und große Banken nicht weiter mit Staatsgeldern unterstützen, sondern sie dem Markt überlassen und ihre mögliche Pleite nicht verhindern.
Das äußerte der Republikaner Richard Shelby, Mitglied des Bankenausschusses im US-Kongress, gegenüber dem Fernsehsender ABC. John McCain, der nach der Niederlage als Präsidentschaftskandidat weiterhin Mitglied des US-Kongresses ist, schlug zusätzlich den Verkauf von Vermögenswerten finanziell angeschlagener Banken vor.
Der Präsident der US-Handelskammer, Tom Donohue, kritisierte die republikanischen Äußerungen: Er halte es nach Angaben der Zeitung nicht für sinnvoll, über die Schließung einer Bank zu reden, die mit der gesamten Weltwirtschaft verwoben sei. Eher sollte man darüber sprechen, wie man strauchelnden Banken faule Wertpapiere abkaufen und aus ihnen Institutionen bilden könne, die sich sowohl mit öffentlichen als auch privaten Mitteln finanzierten.
Währenddessen haben Obamas Wirtschaftsberater die Regierungen mehrerer Staaten aufgefordert, weitere Milliardenhilfen für die Wirtschaft bereitzustellen. Offenbar befürworten die USA nach Angaben der Zeitung international koordinierte Konjunkturpakete, um über die Stimulierung der Nachfrage einen Abschwung der Wirtschaft zu verhindern. Die große Koalition in Deutschland versucht währenddessen mit dem Konjunkturpaket II die heimische Wirtschaft anzukurbeln.
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