Gesetzlich Krankenversicherte haben sehr unterschiedliche Meinungen, was sie als gerechten Krankenkassenservice empfinden. Auch ihre Erwartungen und Erfahrungen bezüglich des Service der
gesetzlichen Krankenkassen sind verschieden. Dies zeigt eine aktuelle Studie der ServiceRating GmbH aus Köln.
Der Studie zufolge vertritt jeder zweite GKV-Versicherte (54 Prozent) die Auffassung, dass Serviceleistungen der
Krankenkassen, wie etwa Gesundheitsberatung oder konkrete Unterstützung im Patientenalltag, allen Mitgliedern gleichermaßen offen stehen sollten. Jeder Dritte (31 Prozent) präferiert hingegen die Anwendung des Bedürfnisprinzips: Unterstützung sollte als Versicherter nur erhalten, wer diese mehr als andere braucht. 15 Prozent der GKV-Versicherten fordern wiederum, dass sich der Umfang und die Qualität des Services der gesetzlichen Krankenkassen proportional an der Beitragsleistung orientieren sollte. Getreu dem Motto: Wer mehr bezahlt, soll auch mehr Service in Anspruch nehmen dürfen.
Auch zwischen den Mitgliedern einzelner Krankenkassen bestehen in punkto Servicegerechtigkeit Unterschiede: So orientieren sich die Mitglieder der Betriebskrankenkassen und der Allgemeinen Ortskrankenkassen besonders stark am Gleichheitsprinzip (jeweils 58 Prozent). Die Versicherten der DAK setzen sich hingegen stark für die Anwendung des Bedürfnisprinzips ein (48 Prozent); das Prinzip beitragsunabhängiger Services "ohne Ansehen der Person" liegt ihnen deutlich weniger (39 Prozent). Die meisten Fürsprecher für die Beitragsproportionalität von Serviceleistungen finden sich mit 21 Prozent unter den Mitgliedern der Barmer Ersatzkasse, die wenigsten bei den Betriebskrankenkassen (9 Prozent). Die Mitglieder der Innungskrankenkassen und anderer Kassen liegen im Durchschnitt dessen, was die GKV-Mitglieder in Deutschland jeweils als Servicegerechtigkeit ansehen.
Wie aber sieht es mit den Serviceerfahrungen und -erwartungen der GKV-Versicherten aus? Hier zeigt die Studie, dass sich aktuell acht Prozent der Mitglieder von den Kassen als "König" (Kunde), 53 Prozent als "Partner" und 39 Prozent als "Fürbitter" behandelt fühlen. Ginge es nach den Wünschen der Versicherten, sähe die Realität allerdings ganz anders aus: 44 Prozent der GKV-Versicherten wollen sich als "König" (Kunde) und 56 Prozent als "Partner" behandelt wissen; als "Fürbitter" möchte hingegen niemand von seiner Kasse behandelt werden.
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