Vor drei Jahren sagte er noch den Zusammenbruch der Finanzmärkte voraus, gleichwohl empfiehlt Max Otte den Anlegern auch künftig
Aktien zu kaufen. "Ich rate allen: Kauft Aktien!", sagte der Wissenschaftler im Interview mit dem Anlegermagazin "Börse Online". Aktien seien Realvermögen und damit krisensicherer als beispielsweise
festverzinsliche Papiere. "Ich glaube, dass Aktien binnen der kommenden zehn Jahre Cash und Anleihen deutlich schlagen werden", betonte Otte.
Kein Crash-Prophet, eher Optimist
Der Betriebswirtschafts-Professor und Vermögensberater hatte den Zusammenbruch des US-Hypothekenmarkts sowie die globale
Finanzkrise in Grundzügen vorhergesehen. Sein Buch "Der Crash kommt", 2006 erschienen, ist eines der erfolgreichsten
Sachbücher der vergangenen Jahre. Otte betrachtet sich nach eigenen Worten jedoch nicht als Crash-Prophet. "Normalerweise bin ich ein Optimist. Aber damals war ich überzeugt davon, dass es zu einem dramatischen Einbruch kommt", erklärte er im "Börse Online"-Interview.
Für die Weltwirtschaft hält Otte in den kommenden Jahren ein sogenanntes Japan-Szenario für sehr wahrscheinlich. "Eine schleichende Depression, wir schmieren nicht so richtig ab, kommen aber auch nicht so richtig voran wie eben Japan seit Anfang der 90er."
Unterstützung für Akienumsatzsteuer
Otte unterstützt die Forderung der SPD, die Umsatzsteuer auf Aktiengeschäfte wieder einzuführen. "Solch eine Steuer hätte die Finanzkrise möglicherweise verhindert, weil sie den schnellen Handel verlangsamt." Eine Behinderung von Aktieninvestments erwartet der Wissenschaftler nicht. "Wer eine Aktie wirklich will, kauft sie auch, wenn sie ein Prozent teurer ist", so Otte. Die SPD fordert eine Steuer in Höhe von 0,5 Prozent.
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