21.07.2009

Allianz scheitert mit Billiganbieter im Internet

Der Versicherungskonzern Allianz schließt seinen deutschen Internetanbieter Allianz 24. Das Unternehmen hat bereits alle Kooperationsverträge mit Online-Vergleichsportalen gekündigt. Das berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD) in ihrer Onlineausgabe.

Künftig müssen Kunden Kfz-Versicherungen deutlich teurer über die Homepage der Allianz abschließen. Für günstigere Policen will der Konzern europaweit mit einem neuen Anbieter auftreten, der aber nicht mit der Marke Allianz in Verbindung gebracht werden soll.

Billigtarif der Allianz geht vom Netz

Der Konzern hatte seit 2005 versucht, innerhalb einer Marke ein Hochpreisangebot über Vertreter und einen Billigtarif im Internet anzubieten. Ein Sprecher der Allianz Deutschland bestätigte gegenüber der FTD, dass Allianz 24 nicht fortgeführt wird. "Der klassische Konflikt der Vertriebskanäle spielt dabei eine große Rolle", sagte er. Damit bezieht er sich nach Angaben der FTD auf den Widerstand der etwa 10.000 Allianz-Vertreter, die sich gegen die Konkurrenz aus dem eigenen Unternehmen heraus immer wieder gewehrt hatten. Denn die Internetangebote wurden mit Preisen von 20 Prozent bis 30 Prozent unter den regulären Angeboten beworben, schreibt die FTD.

Online-Konkurrenz stärker

Ein weiteres Problem sei ein seit fünf Jahren währender Preiskampf in der Autoversicherung. Sie ist mit 20 Milliarden Euro Jahresprämie außerhalb der Lebens- und Krankenversicherung die größte Versicherungssparte. Die Allianz verliert nach Angaben der Zeitung seit Jahren ihren Vorsprung und versichert mit weniger als neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr kaum mehr als ihr Konkurrent HUK-Coburg mit mehr als 8,1 Millionen Kfz-Versicherungen.

Inzwischen liege der Internetanbieter HUK24 des Unternehmens HUK-Coburg sogar mit mehr als einer Millionen versicherter Fahrzeuge vor Allianz 24, bei der Autofahrer 300.000 Versicherungen abschlossen. Die verlorenen Marktanteile konnte der Versicherungskonzern nach Angaben der Zeitung nicht mehr aufholen.

Einstieg als Internet-Anbieter ungebrochen

Trotzdem gibt es immer mehr Versicherungsunternehmen, die ihre Produkte über einen eigenen Onlineanbieter im Internet verkaufen wollen: R+V24 ist 2008 in den Internetmarkt eingestiegen. Auch HDI-Gerling, Axa, Direct Line, Cosmos und Admiral kämpfen online um Kunden. Vergleichsportale, die pro Vermittlung oft 100 Euro kassieren, spielen dabei eine große Rolle, schreibt die FTD.

Allianz 24 hingegen wird Mitte September vom Netz gehen. Dann können die Kunden Allianz-Policen im Internet nur noch zu deutlich höheren Preisen abschließen, die voraussichtlich kaum zehn Prozent unter dem Standardpreis liegen werden. Das ist auf auf der Seite Allianz.de oder auf den Seiten der Vertreter möglich. In jedem Fall erhält ein Vertreter die Provision pro abgeschlossene Versicherung. Denn wer online abschließt, wird nach seiner Adresse einem Vertreter zugeordnet, heißt es im Artikel.

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