Die
Sparkasse Hannover will Lehman-Opfer teilweise entschädigen. Sparkassenkunden, die Zertifikate oder Derivate der zusammengebrochenen US-Investmentbank Lehman Brothers erworben haben, sollen einen Teil des Nominalwertes zurückbekommen. Das Angebot gilt bis zum 16. November.
Wer die inzwischen wertlosen Papiere vor dem 16. März 2008 bei der Sparkasse Hannover gekauft hat, bekommt 50 Prozent des Nominalwertes zurück. Wer seine Papiere danach gekauft hat, bekommt 75 Prozent. Am 16. März 2008 war die US-Investmentbank Bear Stearns beinahe zusammengebrochen.
Sparkasse ersetzt teilweise Prozesskosten
Das Vergleichsangebot richtet sich an alle Kunden der Sparkasse Hannover. Auch Kunden, die noch keine Ansprüche geltend gemacht haben, oder die bereits geklagt haben, können von dem Angebot Gebrauch machen.
Wer schon geklagt hat, bekommt von der
Sparkasse einen Teil der entstandenen Anwalts- beziehungsweise Prozesskosten zurück, erklärte der Pressesprecher der Sparkasse Hannover, Stefan Becker, auf Anfrage von banktip.de.
Wer gemäß den Regeln des Vergleichs 50 Prozent des Nominalwertes erhält, soll auch 50 Prozent der entstandenen Prozesskosten bekommen. Wer 75 Prozent des Wertes seiner Lehman-Papiere erhält, bekommt 75 Prozent der Kosten ersetzt.
Angebot kein Schuldeingeständnis
Wichtig ist: Das Angebot der Sparkasse ändert nichts an ihrer Rechtsposition. Das bedeutet: Kunden, die das Vergleichsangebot nicht annehmen und um ihre
Entschädigung prozessieren wollen, können das Angebot nicht als Schuldeingeständnis der Sparkasse anführen. Wird ihre Klage abgewiesen, gehen sie leer aus.
Die Sparkasse will nach eigenen Angaben ein Jahr nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers einen Schlussstrich unter die Schadenersatzprozesse ziehen und das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen.
Nach Angaben der Sparkasse Hannover könnten rund 1000 Kunden das Angebot in Anspruch nehmen. Sie sitzen auf Lehman-Papieren im Gesamtwert von 30 Millionen Euro.
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