Die Nürnberger Versicherungsgruppe feiert heute ihren 125. Geburtstag. Am 28. September 1884 erhielt die Versicherung vom Königlich Bayerischen Staatsministerium des Inneren die Genehmigung für den Geschäftsbetrieb. Damals hatte der Beistift-Fabrikant Lothar Freiherr von Faber für die Mitarbeiter seiner Firma (heute Faber-Castell) eine Kranken- und Unterstützungskasse sowie eine
betriebliche Altersvorsorge geschaffen.
Damit war die Nürnberger die erste selbstständige Lebensversicherungs-AG in Bayern. Innerhalb weniger Jahre weitete die Versicherung ihren Geschäftsbereich auf das damalige Deutsche Reich sowie auf das benachbarte Österreich-Ungarn aus.
Um die Jahrhundertwende baute der Versicherer auch die Produktpalette aus. Der einstige Lebensversicherer bot
Unfallversicherungen,
Haftpflichtversicherungen und nach dem ersten Weltkrieg
Kfz-Haftpflichtversicherungen an.
Als erste deutsche Gesellschaft führte die Nürnberger 1901 mit dem Leipziger Verleger Bernhard Meyer die sogenannte Abonnentenversicherung ein. Sie verband eine Unfallversicherung mit einem Abonnement einer Wochzeitschrift. Damit förderte die Versicherungsgruppe die Bekanntheit des Versicherungsgedankens.
Die lange Tradition ist jedoch nicht frei von Makeln. So mahnte die Sächsische Verbraucherzentrale die Versicherung im Juli 2009 ab, als sie nach einer Beitragserhöhung bei einer Privathaftpflicht anstatt auf das Sonderkündigungsrecht lediglich auf den entsprechenden Paragraphen des Versicherungsvertragsgesetz verwies. Auch bei den eingegangenen
Beschwerden zu Lebensversicherern bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) lag die Nürnberger Leben 2008 auf Platz vier der Negativliste.
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