Die Baden-württembergische Landesbank LBBW will dem Verkauf ihrer landeseigenen 24.000 Wohnungen nicht zustimmen. Jedoch machte die EU-Kommission Druck auf die finanziell angeschlagene LBBW, Geschäftsbereiche und Beteiligungen zu verkaufen. Instituts-Chef Hans-Jörg Vetter sagte gegenüber Journalisten: "Es ist zwar nicht auszuschließen, dass es zu den Auflagen aus Brüssel gehört, sich auch von den Wohnungen zu trennen, freiwillig werden wir das aber nicht tun". Das berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD) in ihrer Onlineausgabe.
Landesbanken besitzen fast 90.000 WohnungenInsgesamt besitzen die Tochterfirmen der Landesbanken LBBW und der bayerischen Landesbank
BayernLB fast 90.000 Wohnungen, vor allem in Süd- und Ostdeutschland. Nach dem Willen der EU-Kommission soll der Wohnungsbestand der Landesbanken, die
staatliche Hilfe und
Bürgschaften der Eigentümer Bayern und Baden-Würtemberg in Anspruch nahmen, in den nächsten Jahren verkauft werden. Über die genauen Auflagen entscheidet Brüssel in einigen Wochen, heißt es im Artikel.
Finanzkrise verhindert Verkauf von WohnungsbeständenDie BayernLB kündigte bereits an, sich langfristig von ihrer Tochter GBW zu trennen. Wegen der Finanzkrise wurden auf dem deutschen Wohnungsmarkt in den letzten zwei Jahren so gut wie keine großen Verkäufe von Wohnungsbeständen getätigt. Finanzinvestoren halten sich nun wegen Problemen bei der Finanzierung zurück. Viele haben sich nach Angaben der Zeitung zudem mit zu ehrgeizigen Geschäftsplänen die Finger verbrannt und seien kaum noch handlungsfähig. Inzwischen würden öffentliche Eigner von Immobilien nur noch dann privatisieren, wenn sie unbedingt müssen - zu groß ist die Angst vor politischem Störfeuer, schreibt die FTD.
Zur Zeit niedrige Preise für landeseigene WohnungenMarktexperten bezweifeln, ob sich große Bestände schon wieder verkaufen lassen. "Die stabilen Mittelzuflüsse aus den Mieterträgen sind derzeit bei Investoren gefragt. Aber natürlich hängt alles am Preis", sagt Martin Braun vom Immobiliendienstleister Cushman & Wakefield gegenüber der Zeitung. Als Käufer sieht Braun derzeit nur private oder institutiionelle Private-Equity-Investoren, bei der die vom Kapitalgeber eingegangene Beteiligung nicht an geregelten Märkten (Börsen) handelbar ist.
Ein Investmentbanker, der nicht genannt werden will, sagte: "Viele Finanzinvestoren haben mit dem Versprechen Geld eingesammelt, jetzt billig zu kaufen." Da die Investoren heute weniger Schulden aufnehmen könnten, müsse die
Rendite aus dem billigen Einkauf kommen. "Zu diesen Preisen will aber nach wie vor niemand verkaufen."
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