Privat Krankenversicherte müssen nächstes Jahr mit deutlich höheren Versicherungsbeiträgen rechnen. Die Prämien sollen um drei bis sechs Prozent steigen. Das ergab eine Umfrage des "Handelsblatt" bei führenden
privaten Krankenversicherern (PKV). Etwa jeder zehnte Deutsche, vor allem Beamte und Besserverdienende, sind Mitglied der PKV.
Teure Leistungen schlagen zu BucheAls Grund für die geplanten höheren Beiträge führen die privaten Versicherer die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen an. "Hierunter fallen der medizinische Fortschritt mit neuen Diagnose- und Behandlungsverfahren, neuen Geräten und Medikamenten, sowie die Ausweitung der Leistungen", erklärte die Ergo-Tochter DKV, Nummer zwei des Marktes.
Nach Angaben des PKV-Verbandes sind die Krankheitskosten (ohne Tagegeld) 2008 insgesamt um 5,9 Prozent gestiegen. Ambulante Leistungen stiegen um sieben Prozent, und Heilpraktikerbehandlungen erreichten einen neuen Höchststand mit plus 13,1 Prozent. Auch die Preise für Zahnersatz stiegen in den letzten beiden Jahren mit jeweils mehr als neun Prozent überproportional an.
Basistarif hielt Beiträge untenZweiter Grund für die Erhöhungen ist der von der Bundesregierung geschaffene
Basistarif, der Privat Versicherten einen Versicherungswechsel ermöglicht. Um die Versicherten nicht zu verschrecken, hielten sich die Unternehmen nach Angaben der Zeitung mit höheren Beiträgen zurück.
Wie hoch die Beiträge genau steigen, sagen die Versicherer bisher nicht. Das hängt auch vom jeweiligen Tarif ab. Sie nennen bisher allenfalls Durchschnittswerte. Manche Gesellschaften wie Marktführer
Debeka arbeiten seit Jahrzehnten mit wenigen Tarifen, andere bringen jährlich neue Billigvarianten heraus, um Kunden zu ködern, schreibt das "Handelsblatt". Oft steigen dann die Beiträge in Lockvogelangeboten nach ein paar Jahren deutlich, erfuhr die Zeitung von Branchenkennern.
Nur die Allianz will sich zurückhaltenNur wenige Versicherer wie die Allianz wollen sich mit einer Erhöhung ihrer Beiträge zurückhalten. In den vergangenen Jahren stiegen diese im Schnitt um drei Prozent. "Die Beitragsanpassung 2010 wird deutlich geringer als in den vergangenen Jahren ausfallen. Zudem werden 2010 viele unserer Versicherten in der Krankenversicherung von der Beitragsanpassung gar nicht betroffen sein", erklärte das Unternehmen.
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