31.10.2009

Studie testet Beratungsqualität bei Riester Rente

In einer Studie wurde die Beratungsqualität bei der Riester Rente in 30 Banken, Fondsgesellschaften und Versicherungen untersucht. Beste Anbieter bei der klassischen Riester Rente sind die Filialbanken der Hamburger Sparkasse, der Filialversicherer Hamburg-Mannheimer und der Direktversicherer Asstel. Das teilt der Nachrichtensender "n-tv" mit.

Das Deutsche Institut für Service-Qualität analysierte im Auftrag von "n-tv" den Service anhand über 750 Kontakten. Insgesamt wurden 190 Testberatungen in den Filialen durchgeführt und Angebote bewertet. Die Beratung von Direktversicherern und Fondsgesellschaften wurden anhand von je 120 E-Mails und Telefonaten sowie einer Internetanalyse betrachtet. Zusätzlich erfolgte für alle Anbieter eine möglichst umfassende Analyse der angebotenen Riesterprodukte.

Berliner Volksbank Erster bei Riester-Fondssparplan

Bei den Riester-Fondssparplänen stehen die Berliner Volksbank und die Fondsgesellschaft Union Investment an erster Stelle. Den besten Service der Filialbanken bot die Berliner Sparkasse, bei Filialversicherern R+V. Bei den Direktbanken lag Asstel beim Service auf Rang eins, bei den Fondsgesellschaften Union Investment. Bei der fondsgebundenen Riesterrente setzte sich HypoVereinsbank als beste Filialbank an die Spitze, auch hier waren Hamburg-Mannheimer der beste Filialversicherer und Asstel der beste Direktversicherer.

Finanzielle Situation nicht ausreichend analysiert

Große Defizite zeigten sich bei Filialbanken und Filialversicherungen in der persönlichen Beratung, besonders bei der Bedarfsanalyse. 40 Prozent der Beratungsgespräche erfolgten nicht individuell genug, häufig wurde die finanzielle Situation der Testkunden nicht ausreichend berücksichtigt. In jeder dritten Beratung haperte es an der inhaltlichen Verständlichkeit der Kundenberater und bei lediglich 50 Prozent der Gespräche wurden Nebenkosten und Gebührenstrukturen auf Anhieb verständlich dargestellt.

Mängel zeigten sich auch bei den eingereichten Unterlagen. Gut jedes fünfte angebotene Produkt entsprach nicht dem vorgegebenen Kundenprofil. "Das Hauptmanko der Angebote bestand darin, dass das vorgegebene Risikoprofil der Testkunden nicht vollständig beachtet wurde", kommentiert Markus Hamer, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Service-Qualität.

Telefonische Beratung muss verbessert werden

Direktversicherer und Fondsgesellschaften müssen sich beim telefonischen Kontakt verbessern. Bei einem Drittel der Gespräche konnten die Mitarbeiter nicht alle Fragen beantworten. Bei sogar über der Hälfte der Unternehmen wurden Falschaussagen getroffen. Eine große Bandbreite zwischen den Anbietern zeigte sich bei der Analyse der Produkte. Bei den garantierten Ablaufleistungen lagen bis zu 70.000 Euro bei der klassischen Riesterrente, bei der erwarteten Ablaufleistung bei Fondssparplänen bis zu 175.000 Euro zwischen dem besten und dem schwächsten Anbieter. Auch die Produktausstattung unterschied sich deutlich.

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