Wegen des Verdachts der schweren Untreue ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den früheren Vorstandschef der
Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), Siegfried Jaschinski, sowie sechs weitere amtierende oder ehemalige Vorstandsmitglieder. Wie das Magazin "Focus-Money" im Internet berichtet, sollen die bestreffenden Vorstandsmitglieder seit Ende 2006 dreistellige Millionenbeträge in sehr riskante Finanzgeschäfte investiert oder diese Investitionen nicht verhindert haben.
Möglicherweise Schaden in MillionenhöheDabei war zu diesem Zeitpunkt bereits absehbar, dass der amerikanische Markt für Hypothekenanleihen bereits kurz vor dem Zusammenbrechen stand. Staatsanwaltschaft und Ermittler des Landeskriminalamtes gehen nach Angaben des Magazins von einem Schaden in Millionenhöhe aus. Gegen LBBW-Vorstandschef Hans-Jörg Vetter wird nicht ermittelt, heißt es im Artikel.
Büros und Privatwohnungen durchsucht240 Beamte von Landeskriminalamt und Bereitschaftspolizei untersuchten nach Medienberichten gestern seit 9 Uhr Büros in der LBBW-Zentrale in Stuttgart sowie zehn Privatwohnungen und beschlagnahmten entsprechende Unterlagen. Nach Angaben einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft gegenüber "Focus-Money" befinden sich alle Betroffenen auf freiem Fuß, Haftbefehle gegen die beschuldigten Vorstandsmitglieder wurden bisher nicht beantragt. Für Untreue in einem besonders schweren Fall können Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren verhängt werden.
Ermittlungen schon im AugustDie Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte schon seit Monaten wegen riskanter Geschäfte gegen Spitzenkräfte der LBBW Immobilien GmbH ermittelt. Im August war ein Anfangsverdacht der besonders schweren Untreue gegen zwei amtierende und einen ausgeschiedenen Geschäftsführer der LBBW-Tochter bestätigt worden.
LBBW schreibt seit Monaten rote ZahlenDie größte deutsche Landesbank schreibt auch im laufenden Geschäftsjahr rote Zahlen. Gegenwärtig muss die Landesbank nach Angaben des Magazins ein Minus von 620 Millionen Euro verkraften. Diese Belastung der Bilanzen sei auf die notwendig hohe Absicherung gegen mögliche Kreditausfälle zurück zu führen, heißt es im Artikel. Im Herbst 2008 erhielt die
angeschlagene Landesbank von ihren Eignern fünf Milliarden Euro frisches Kapital und wird seitdem mit einer Ausfallbürgschaft in Höhe von 12,7 Milliarden Euro unterstützt.
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