Seit dem 1. Januar 2010 gilt das Bürgerentlastungsgesetz. Allerdings weiß die Mehrheit der Bürger nicht, dass dadurch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung künftig deutlich besser als
Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden können - ebenso wie die Beiträge für mitversicherte Kinder. Selbst wer das neue Gesetz bereits kennt, fühlt sich bisher nur unzureichend darüber informiert. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov Psychonomics AG im Auftrag der Versicherungskammer Bayern.
Steuerersparnis je nach EinkommenDas Bürgerentlastungsgesetz soll je nach Einkommen Einsparungen von mehreren hundert Euro im Jahr bringen. Dennoch erwarten 61 Prozent keine persönliche Steuerersparnis; knapp 40 Prozent davon glauben, zu wenig zu verdienen, um von dem neuen Gesetz profitieren zu können.
Durchschnittlich 325 Euro mehr im PortemonnaieAuf der anderen Seite gehen 39 Prozent der Bundesbürger davon aus, dass sie durch das Bürgerentlastungsgesetz mehr Geld übrig behalten. Im Durchschnitt wird die persönliche Steuerersparnis auf rund 325 Euro jährlich geschätzt; Personen mit einem Nettoeinkommen bis 2.000 Euro erwarten rund 133 Euro, wer mehr verdient, rechnet mit Einsparungen von durchschnittlich etwa 500 Euro. Tendenziell wird die Höhe der Steuerersparnis von den Bundesbürgern häufiger unter- als überschätzt.
Ein lediger Arbeitnehmer mit einem zu versteuernden Einkommen von beispielsweisen 52.500 Euro jährlich und einem monatlichen
Krankenversicherungsbeitrag von rund 300 Euro kann bis zu 1.900 Euro absetzen. Bei 42 Prozent Grenzsteuersatz wird er um zusätzlich knapp 800 Euro im Jahr entlastet.
Eingespartes Geld für private Altersvorsorge29 Prozent der Bürger, die für sich eine steuerliche Entlastung erwarten, können sich vorstellen, das eingesparte Geld in die
private Altersvorsorge oder Gesundheitsvorsorge zu investieren. Deutlich bevorzugt werden hier Altersvorsorgeprodukte (83 Prozent) gegenüber privaten Kranken- bzw. Krankenzusatzversicherungen (26 Prozent) oder privaten Pflege- bzw. Pflegezusatzversicherungen (19 Prozent).
Weitere 39 Prozent der von der Reform Begünstigten überlegen noch, wie sie das zusätzliche Geld einsetzen wollen; das restliche Drittel gibt an, das Geld unmittelbar zum Leben zu brauchen oder für andere Ausgaben im Konsumbereich verwenden zu wollen.
Für die repräsentative Umfrage wurden 1.000 Bundesbürger im Alter zwischen 18 und 65 Jahren befragt.
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