Die deutschen Banken und Sparkassen denken angesichts der Panne bei den EC- und Kreditkarten über den Austausch der fehlerhaften Karten nach. Wie das "Handelsblatt" berichtet, müsste die Branche im schlimmsten Fall bis zu 30 Millionen Karten umtauschen. Ursache für die Panne ist ein Programmierfehler auf dem EMV-Chip der Karten, bei dem "2010" nicht erkannt wird.
Bargeld offenbar wieder an allen deutschen Automaten verfügbar
Nach Angaben des Zentralen Kreditausschusses (ZKA) können die Kunden deutscher Banken und Sparkassen in Deutschland seit gestern bereits wieder problemlos, Geld am Automaten abheben. Dazu wurde an den Geldautomaten eine entsprechende Software aufgespielt. Allerdings können beim Bezahlen in Geschäften und Supermärkten noch bis zum Wochenende Probleme auftreten.
Einschränkungen im Ausland bestehen weiterhin
Einschränkungen im Zahlungsverkehr im Ausland konnten indes noch nicht behoben werden. Auf ZKA-Ebene wird derzeit versucht, die Bargeldversorgung kurzfristig in den Urlaubsländer Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich und Spanien durch neue Konfigurierungen an Geldautomaten und Händlerterminals sicherzustellen. Wer in den nächsten Tagen in den Winterurlaub fährt, sollte sicherheitshalber Reisechecks mitnehmen.
Verbraucherschutzministerin kritisiert Banken
Die Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) forderte von den Finanzinstituten, den Kunden die entstandenen Kosten zu erstatten. "Wenn Kunden jetzt gezwungen sind, am Bankschalter Bargeld zu holen, dürfen dafür keine Gebühren berechnet werden.", sagte Aigner dem "Tagesspiegel". Schließlich zahlten die Verbraucher für den Service.
Sparkassenkunden können Zusatzkosten geltend machen
Wie der "Mitteldeutsche Rundfunk" berichtet, können Sparkassenkunden nach Angaben des ostdeutschen Sparkassenverbandes die durch die Panne entstandene Zusatzkosten bei ihrer Sparkasse in Rechnung stellen. Wer beispielsweise am Bankschalter im Ausland Bargeld abheben musste, könne die Quittung für die angefallene Gebühr bei einer seiner Sparkasse einreichen.
Sollten sich die Banken tatsächlich für den Austausch der fehlerhaften Karten entschließen, kommen Kosten in dreistelliger Millionenhöhe auf die Banken zu. Mindestens 250 Millionen Euro könnte die Umtauschaktion kosten, berichtet das "Handelsblatt" weiter.
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