Die Versicherungen wollen ihre umstrittene schwarze Liste an einen privaten Dienstleister auslagern. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (FTD) soll die interne
Zentraldatei an die Auskunftei Arvato Infoscore ausgelagert werden, eine Tochter des Medienkonzerns Bertelsmann. Bisher führte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Liste, die formell Hinweis- und Informationssystem (HIS) heißt.
Auf dieser Liste sammeln Versicherer Namen und Informationen über Kunden, die als riskant gelten. So sollen Menschen auf die Liste gelangen, die mehrmals Rechtsschutz in Anspruch genommen oder mehrere Haftpflichtfälle verursacht haben. Ein Eintrag im HIS kann bedeuten, dass ein Kunde erhöhte Beiträge beispielsweise zu einer
Haftpflichtversicherung,
Autoversicherung,
Rechtsschutzversicherung oder
Berufsunfähigkeitsversicherung zahlen muss, oder dass die Versicherung einen Vertrag ganz ablehnt.
Datenschützer bemängeln unter anderem, dass Versicherungskunden nicht automatisch informiert werden, wenn sie einen Eintrag in der Liste erhalten. Seit April 2009 konnten Versicherte beim GDV anfragen, ob sie
auf der schwarzen Liste stehen. Datenschützer bemängeln jedoch, dass sie nicht auch die Gründe für einen Eintrag erfahren. Die Übergabe der Datei soll nach Angaben der "FTD" auf Druck der Datenschützer erfolgen.
Tipps der Redaktion:
Verwandte Artikel
Tags