Viele der Bundesbürger halten die derzeit geltenden
Hartz-IV-Regelsätze für zu niedrig. In einer Umfrage für das Hamburger Magazin "stern" erklärten dies 61 Prozent der Befragten. 30 Prozent emfpfinden die Sätze für Empfänger des Arbeitslosengeldes II (Hartz IV) als angemessen. Nur 4 Prozent der Befragten schätzten sie als zu hoch ein. Diese Umfrage erscheint in der morgigen Ausgabe des "stern".
73 Prozent sehen höheren Bedarf für KinderDabei meinten fast drei Viertel der Befragten (73 Prozent), dass der Bedarf eines Kindes genauso hoch oder sogar höher sei als der eines Erwachsenen. Anlass der stern-Umfrage ist das mit Spannung erwartete Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts, das am kommenden Dienstag zunächst über die
Höhe der Hartz-IV-Sätze für Kinder entscheidet.
Klassenreise gehört für 90 Prozent zum ExistenzminimumDer "stern" wollte auch wissen, was aus Sicht der Deutschen zum Existenzminimum gehört und daher im Hartz-IV-Regelsatz enthalten sein sollte. Ganz vorne liegt die Klassenreise für Schulkinder: Für 90 Prozent der Bürger gehört sie zum Existenzminimum. 74 Prozent nannten Sportausrüstung und Vereinsbeiträge für die Kinder.
An dritter Stelle liegt mit 70 Prozent Nennungen ein monatlicher Familienbesuch in Kino, Zoo oder Museum. Ein Fahrrad für jedes Kind sollte nach Meinung von 68 Prozent der Befragten im Regelsatz enthalten sein. Für 55 Prozent gehört auch die Tageszeitung zum Existenzminimum.
49 Prozent finden Musikunterricht wichtigAuf den weiteren Plätzen folgen ein Musikinstrument - und Unterricht für jedes Kind (49 Prozent), ein eigener Computer (46 Prozent), ein eigenes Zimmer für jedes Kind (44 Prozent) und eine alljährliche Reise (42 Prozent). Nur noch 36 Prozent sind dafür, dass auch die Gebühren fürs Kabelfernsehen übernommen werden sollten, 33 Prozent für die Finanzierung des Autos. Auf den letzten Plätzen liegen die Unterhaltskosten für Haustiere (25 Prozent), der wöchentliche Kneipenbesuch (23 Prozent), Handy (20 Prozent) und Zigaretten (5 Prozent).
Für die Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des stern 1000 Menschen vom 5. bis 7. Januar 2010, Mehrfachnennungen waren möglich.
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