Während öffentlich seit Wochen über
Zusatzbeiträge durch die
Krankenkassen diskutiert wird, verdienen viele Ärzte durch die Honorar-Reform sehr viel mehr als von der Politik zugesagt. Das bestätigt der Chef der kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, gegenüber "Welt Online". Statt der ausgehandelten 2,5 Milliarden Euro erhalten die Ärzte durch die Vergütungsreform 3,4 Milliarden Euro mehr. Dieses Jahr soll der Betrag weiter steigen.
Arzt-Honorare wachsen 2010 um weitere 1,7 Milliarden "Versprochen hat uns die Politik eine Honorarsteigerung von 2,5 Milliarden Euro gegenüber 2007", sagte der Chef der kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, der Zeitung. "Jetzt werden es 2009 fast 3,4 Milliarden Euro sein." Und für dieses Jahr seien bereits weitere Honorarzuwächse in Höhe von 1,7 Milliarden Euro ausgehandelt.
Eine Vergütungsreform mit vielen GewinnernDabei gab es um die Honorar-reform heftige Diskussionen unter den Ärzten und Verbänden. Einige Ärztegruppen, wie beispielsweise Chirurgen und Orthopäden, fürchteten stark sinkende Gehälter durch die Honorarumstellung. In einigen Ländern wie Bayern oder Schleswig-Holstein kam es gar zu Protestkundgebungen mit Ärztestreiks. "Ich habe noch nie eine Vergütungsreform durchgeführt, bei der es so viele Gewinner gab", erklärte dagegen Köhler "Welt Online".
Gewinner schweigen über höhere GehälterGewinner aus der Reform würden seiner Aussage nach über ihre höheren Honorare schweigen – aus Furcht, dass man ihnen die Gewinne wieder nehmen könnte, sagte Köhler. Demgegeüber stünde eine große Unzufriedenheit bei Verlierern der Reform. Sowohl an der gerechten Verteilung auf die einzelnen Bundesländer als auch auf die Arztgruppen müsse noch gearbeitet werden, räumte Köhler ein.
Ärzte für Arzneimittelausgaben mitverantwortlichDer Kassenärztechef sagte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) Unterstützung bei Maßnahmen zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen zu. "Diese Pläne müssen wir unterstützen, weil wir Ärzte in der Mitverantwortung sind: Die
Ausgaben für Arzneimittel, Heil- und Hilfsmittel werden von Ärzten mit veranlasst." Er sehe allerdings keinen Spielraum für ein Einfrieren der Ärzte-Honorare, wie einige Krankenkassen es gefordert hatten.
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