Falschberatung mit System wirft das Magazin "Finanztest" der
Postbank vor. Das gehe aus Hunderten Zuschriften hervor, in denen Leser der Zeitschrift "Finanztest" ihre Erfahrungen schildern und Finanzberater der Postbank enthüllten, wie sie zur Falschberatung gedrängt würden. Das teilen die Verbraucherschützer mit.
So meldete ein Rentnerehepaar, dass es 100.000 Euro
Festgeld für kurze Zeit sicher anlegen wollte. Der Vermögensberater der Postbank schlug stattdessen eine teure
Lebensversicherung oder den Kauf eines spekulativen
Investmentfonds vor. Einem 80-jährigen Rentner wurde beispielsweise eine über 17 Jahre laufende riskante Schiffsbeteiligung aufgeschwatzt. Sein Vertriebsdirektor habe ihm den Verkauf des Schiffsfonds an den Mann nahegelegt, so der Postbank-Finanzmanager gegenüber Finanztest, da dieser das Ende der Beteiligung ohnehin nicht erleben werde.
"Der Fehler liegt im Vertriebssystem", schreiben Berater an die Verbraucherzeitschrift. Weil die etwa 4000 Vermittler der Postbank Finanzberatung als selbstständige Handelvertreter beschäftigt seien und als solche kein festes Gehalt bekämen, müssten sie ausschließlich von Provisionen und Prämien für Vertragsabschlüsse leben. Das gehe aber nur, wenn man ganz viel verkaufe.
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