Der lange harte Winter hat den Versicherern zusätzliche Kosten in Höhe von 500 Millionen Euro verursacht. Das erfuhren Journalisten heute bei einer Pressekonferenz des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. Der Stellvertretende des GDV-Hauptausschusses Schaden-/
Unfallversicherung, Frank W. Keuper, räumte dabei ein, dass in dieser Summe noch die Frostschäden an Wasserleitungen enthalten sind. Von 200.000 zusätzlichen Schäden im Vergleich zum Vorjahreswinter gehen die Versicherer aus. Die Schadensumme könnte sich auf weitere 500 Millionen Euro belaufen.
Schadenversicherer: Winter, ... Besonders hart hat der Winter das Geschäft mit
Kfz-Versicherungen getroffen: Im langen kalten Winter 2009/2010 hatten die Kfz-Versicherer 230 Millionen Euro mehr als im Vorjahreswinter zu regulieren. Nicht enthalten in diesen Zahlen sind die Schäden durch das Sturmtief Xynthia. Das Orkantief begrub landauf, landab Autos unter herabfallenden Dachziegeln und Ästen. Kostenpunkt: 50 bis 60 Millionen Euro zusätzliche Kosten gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
... Wettbewerb und ... Die Schaden-Kosten-Quote liegt in der Autoversicherung bei 111 Prozent. Das bedeutet, dass die Versicherer für jeden eingenommenen Beitragseuro 1,11 Euro für die Regulierung von Schäden aufbringen müssen. Schon im Sommer 2009 hatte der GDV gewarnt: Die Kfz-Versicherung wird teurer. Die Prämien seien im vergangenen Jahr jedoch nur um 1,8 Prozent gestiegen, bilanziert Keuper. Der harte Wettbewerb im Geschäft mit Kfz-Versicherungen beschere den Kunden auch weiterhin ein Prämienniveau, wie es in den 1980er Jahren geherrscht habe.
... Wirtschaftskrise In zwei weiteren Sparten der Schaden- und Unfallversicherung schlug sich die Wirtschaftskrise nieder. Die habe auch die Arbeitsgerichte erfasst. So stieg der Schadenaufwand in der
Rechtsschutzversicherung um 10,5 Prozent. Die Schaden-Kosten-Quote in der Rechtsschutzversicherung liegt bei 103 Prozent. Auch diese Versicherungssparte gibt mehr Geld für Schadensregulierung aus als sie an Beiträgen einnimmt. Bei den Kredit-, Kautions- und Vertrauensschadenversicherern sanken 2009 die Beitragseinnahmen um 2 Prozent, der Schadenaufwand stieg jedoch um 25 Prozent. Mit einer Schaden-Kosten-Quote von 103 Prozent sind die Versicherer dennoch zufrieden. Im Vergangenen Jahr hatte die Branche 114 Prozent befürchtet.
Positive Gesamtbilanz der Versicherungsbranche Die
Private Krankenversicherung (PKV) und die
Lebensversicherungen führten zu einem insgesamt positiven Ergebnis der deutschen Versicherer für das Jahr 2009. Bei den Lebensversicherern stiegen 2009 die Beitragseinnahmen um 7,1 Prozent, bei den privaten Krankenversicherern um 3,8 Prozent. Dies führte zu einem Beitragsplus von 4,1 Prozent auf 171,3 Milliarden Euro für die gesamte Versicherungsbranche. 2008 hatte die Branche ein Plus von nur einem Prozent erwirtschaftet.
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