28.03.2010

Heutige Rentner profitieren von Rente mit 67

Serniorenhände (c) papirazzi/FOTOLIADer Wirtschafts-wissenschaftler Bert Rürup kritisiert die von der Bundesregierung gegebene Rentengarantie. Da die gesetzliche Rente an die Bruttolohnentwicklung gebunden sind, müsste sie gesenkt werden, sobald die Löhne ebenfalls sinken. Die vergangenen Mai von der Großen Koalition beschlossene Rentengarantie verhindert die Rentenkürzung jedoch. In der PHOENIX-Sendung UNTER DEN LINDEN SPEZIAL sagte Rürup: "Die Rentengarantie ist natürlich aus der Sicht der Rentner verständlich. Aber das bedeutet, dass in diesem Jahr das Rentenniveau steigt, wenn die Löhne sinken."

Vor allem heutige Rentner haben was von Rentengarantie

Auch von der Rente mit 67 profitierten entgegen der öffentlichen Wahrnehmung diejenigen, die heute bereits in Rente seien. "Die Rente mit 67 ist keine Rentenkürzung, das muss man mal sehr deutlich sagen. Für alle Bestandsrentner sind die Rentenanpassungen dadurch sogar höher. Deswegen wundert mich immer, dass die Rentnerverbände Gegner der Rente mit 67 sind, denn sie sind die eigentlichen Gewinner dieser Maßnahme", so Rürup. Dagegen müssten die künftigen Rentner mit Rentenkürzungen leben.

Auch künftig Reformen des Rentensystems

Der Wirtschaftswissenschaftler erwartet zudem, dass es auch in Zukunft immer wieder zu Reformen im Rentensystem kommen wird. "Man kann nicht einmal eine große Reform machen und sagen: Das war es für alle Zukunft. Man wird immer nachjustieren müssen. Und in dieser Legislaturperiode haben wir einen Nachjustierungsbedarf," heißt es in der Mitteilung vom Sender.

Auch der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, kritisierte die Auswirkungen der Rentengarantie: "Mit diesem Aussetzen der Rentenberechnung wurde etwas getan, das langfristig sehr geschadet hat." So werde seit 1998 immer wieder von Seiten der Politiker in das Rentensystem "reingegrätscht".

Mindesbeitragszahlung gefordert

Auch drohe durch verschiedene politische Beschlüsse ein deutliches Ansteigen der Altersarmut. "Die ganzen Beschlüsse sind schon getroffen worden, die jetzt dazu führen werden, dass das Rentenniveau bis 2030 ganz erheblich sinkt. Im Zweifelsfalle haben wir bis 2030 Nullrunden“, warnte Schneider. Deshalb müssten im Rentensystem Mindestbeitragszahlungen eingeführt werden. Diese sollten bei sozial Schwachen im Zweifelsfall aus Steuermitteln geleistet werden. "Bei Hartz-IV-Beziehern wäre es die Solidargemeinschaft, die das leisten müsste", so Schneider in der PHOENIX-Sendung.

Foto: (c) papirazzi/FOTOLIA

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