Einem Medienbericht zufolge könnten die schon jetzt hohen Zinsen für einen
Dispositionskredit künftig noch weiter steigen. Ursache dafür sei die im Sommer dieses Jahres in Kraft getretene
Verbraucherkreditrichtlinie. Demnach müssen die Banken ihre Zinssätze an einen Referenzzins wie den EZB-Leitzins oder den
Euribor koppeln. Wenn die derzeitige Niedrigzinsphase überwunden ist, könnten mit einer Steigerung des Zinsniveaus auch höhere Dispozinsen einhergehen. Das berichtet das "Handelsblatt".
So heißt es in den Geschäftsbedingungen der
Commerzbank, dass die Veränderungen des
Referenzzinssatzes regelmäßig geprüft und "unmittelbar und 1:1 an den Bestandskunden weitergegeben werden". Auch bei der
Postbank gibt es eine ähnliche Regelung, nach der sich der Sollzinssatz erhöht, sobald sich der Drei-Monats-Euribor um mehr als 0,20 Prozentpunkte erhöht. Schon jetzt zählen Commerzbank und Postbank mit Dispozinsen von mehr als 13 Prozent zu den teuersten Instituten.
Andere Banken wie die
Deutsche Bank oder die
Targobank passen den Zinssatz "nach billigem Ermessen" an den Referenzzins an. Verbraucherschützer kritisieren die Ermessensregelung, da Anpassungen laut Gesetz nicht willkürlich vorgenommen werden dürften und Vereinbarungen zur Berechnung des veränderten Zinssatzes nicht den Kontoinhaber benachteiligen dürften. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat bereits mehrere Banken mit solchen Formulierungen abgemahnt und verlangt von der Politik, dass der Abstand zwischen den Überziehungs- und Referenzzinsen gesetzlich festgeschrieben wird.
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