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Chartanalyse einfach erklärt  

In Deutschland ist der Besitz von Aktien im Vergleich zu anderen Ländern immer noch deutlich unterrepräsentiert. Als fester Bestandteil der Altersvorsorge liegen hier immer noch Lebens- und Rentenversicherungen schwer im Trend, obwohl sie kaum mehr eine akzeptable Rendite abwerfen.

Die Berührungsängste mit Aktien sind bei vielen Anlegern spürbar und die Skepsis und Vorsicht fast mit Händen zu greifen. Dazu kommt, dass sich so mancher beim Crash des Neuen Marktes vor fast 20 Jahren gehörig die Finger verbrannt hat und seitdem geheilt ist. Fast scheint es, als würde man diese Anlageform nur erfahrenen Anlegern überlassen. Das ist so schade wie unverständlich, denn langfristig gesehen ist diese Anlageform immer noch die renditestärkste und ein Verzicht darauf führt nur zu einem weiteren Auseinanderklaffen von Arm und Reich.

Natürlich weiß niemand exakt, wohin sich der Kurs einer Aktie bewegt. Doch es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Aktie zu beleuchten und deren Kurs mit sinnvollen Parametern zu prognostizieren. Eine davon ist die technische Analyse oder auch Chartanalyse.

 

Was genau versteht man unter Chartanalyse?

Im Gegensatz zur Fundamentalanalyse, welche sich den Kennzahlen des jeweiligen Unternehmens wie Umsatz, Gewinn oder Cash Flow widmet, also betrachtet, wie das Unternehmen im Marktumfeld aufgestellt ist und wie erfolgreich es wirtschaftet, interessieren diese Daten in der Chartanalyse überhaupt nicht. Auch das gesamte volkswirtschaftliche Umfeld, die politische Situation oder die Psychologie des Marktes spielen dabei keine Rolle.

Die Chartanalyse befasst sich ausschließlich mit dem bisherigen Kursverlauf einer Aktie. Ziel ist es, anhand der bisherigen Entwicklung zu prognostizieren, wohin der Kurs der Aktie in Zukunft geht. Der graphisch dargestellte Kursverlauf soll also Aufschluss darüber geben, ob ein Kauf- oder Verkaufssignal vorliegt. Grundannahme der Chartanalyse ist dabei, dass bereits alle kursrelevanten Informationen im bisherigen Kursverlauf eingepreist sind. Die Chartanalyse eignet sich dabei sowohl für kurzfristige als auch für langfristige Vorhersagen und ist somit ein wesentliches Instrument für Trader und konservative Anleger mit mittel- oder langfristigem Anlagehorizont.

 

Wie funktioniert die Chartanalyse?

Auch wenn die technische Analyse in Fachkreisen anerkannt ist und ein essenzielles Instrument für Kauf- und Verkaufsentscheidungen darstellt, ist sie natürlich keine exakte Wissenschaft, da hierbei immer ein gewisser Interpretationsspielraum existiert. Grundsätzlich besteht die Kunst bei der Chartanalyse darin, anhand vergangener Kursbewegungen bestimmte Muster zu erkennen, mittels derer künftige Kursverläufe abgeleitet werden können. Außer dem Preis und dem Handelsvolumen der betreffenden Aktie gibt es keine weiteren relevanten Einflussfaktoren. Verschiedene technische Indikatoren werden zur Prognose von künftigen Kursverläufen herangezogen. Wer sich selbst an einer Chartanalyse versuchen will, findet insbesondere online praktische Möglichkeiten – bspw. direkt über den eigenen Broker oder über Analyseplattformen wie Guidants, die ein Charting-Widget mit diversen Analysefunktionenv anbieten.

Einer der wichtigsten Indikatoren ist der Trend. Diesen zu identifizieren, ist Hauptziel der Chartanalyse. Jeder kennt den Spruch "The trend ist your friend", doch wie sieht das in der Praxis aus? Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Trendrichtungen: Aufwärtstrend, Abwärtstrend und Seitwärtstrend. Es ist entscheidend, zu erkennen, in welchem Trend sich der Kurs aktuell befindet. Nur dann ist es möglich, das günstigste Timing für Kauf oder Verkauf zu finden. Ein Trend kann manchmal nur Minuten bestehen, manchmal auch Monate. Maßgeblich ist dabei, entweder eine Trendfortsetzung oder eine Trendumkehr zu identifizieren und danach zu handeln.

Die Richtung eines Trends wird durch einen sogenannten Trendkanal bestimmt. Indem sowohl die Hoch- als auch die Tiefpunkte des Kursverlaufs miteinander verbunden werden, kristallisieren sich zwei parallel verlaufende Trendlinien heraus, die entweder aufwärts, abwärts oder seitwärts gerichtet sein können. Sobald der Kurs aus diesem Trendkanal ausbricht, sei es nach oben oder unten, gilt der Trend als durchbrochen und die künftige Kursbewegung muss neu definiert werden.

Ein weiteres wesentliches Instrument der Charttechnik sind die sogenannten Widerstände und Unterstützungen. Als Widerstand wird ein Kursniveau bezeichnet, welches eine im Steigen begriffene Aktie im ersten Anlauf nicht durchbrechen kann. Sobald der Durchbruch dieses Kursniveaus aber gelingt, stellt dies ein starkes Kaufsignal dar. Häufig fungiert dieser ehemalige Widerstand bei einer künftigen Kurskonsolidierung jetzt als Unterstützung. Das bedeutet, dass der Kurs zunächst einmal wahrscheinlich nicht unter dieses Niveau fällt.

Als Kontrapunkt zum Widerstand gilt die Unterstützung. Diese bezeichnet ein Kursniveau, unter das eine im Sinken befindliche Aktie höchstwahrscheinlich zunächst nicht fallen wird. Hier gilt, dass beim Durchbrechen dieses Niveaus ein signifikantes Verkaufssignal ausgelöst wird. Analog dazu gilt, dass sich bei einer Kurserholung die ehemalige Unterstützung in einen Widerstand transformiert, der wahrscheinlich nicht durchbrochen wird.

Grundsätzlich sind Widerstände und Unterstützungen umso bedeutender, je häufiger Durchbruchsversuche nach oben und unten erfolglos waren. Als dementsprechend stark entpuppt sich dann der Widerstand oder die Unterstützung. In der Praxis kommt es häufig vor, dass Anleger Kauf- oder Verkaufslimits nahe von Widerstands- oder Unterstützungslinien platzieren. Oftmals bilden markante Kursniveaus wie z.B. die 10.000 Punktemarke im DAX oder Preise von 50, 75 oder 100 einer bestimmten Aktie starke Widerstands- oder Unterstützungslinien.

Fazit:

Mithilfe der Chartanalyse lässt sich besonders im kurzfristigen Tradinggeschäft eine Menge anfangen. Jedoch ist diese Art der Analyse nicht einfach zu verstehen und bedarf der Hilfe von Experten. Zudem weist die Chartanalyse das Problem auf, viel Interpretationsspielraum zuzulassen. Es kommt daher nicht selten vor, dass ein- und derselbe Chart auf verschiedene Weisen gedeutet wird. Dementsprechend unterschiedlich können die Schlussfolgerungen ausfallen. Zudem wirkt der völlige Verzicht auf die Miteinbeziehung von Fundamentaldaten besonders bei langfristigen Investments häufig etwas eindimensional. Denn je länger der Anlagehorizont ist, desto bedeutender werden die realen Unternehmensdaten. In der Praxis macht es also Sinn, beide Analyseinstrumente in seine Kauf- oder Verkaufsentscheidung miteinzubeziehen.

 

 

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