Die Bundestagsabgeordneten der SPD und CDU wollen mehrheitlich die alte Pendlerpauschale zurück. Wie die "Frankfurter Rundschau" berichtet, sprechen die Finanzpolitiker beider Fraktionen in ihren Gremien von einer „breiten Mehrheit“ für die alte Regelung. Die FPD und die Linkspartei plädieren bereits seit längerem für die Wiedereinführung der früheren Pendlerpauschale.
Diese sah eine Pauschale ab dem 1. Kilometer vor, während seit 2007 Arbeitnehmer ihre Kosten für den Arbeitsweg erst ab dem 21. Kilometer mit 30 Cent je Kilometer steuerlich absetzen können. Der Staat erhält dadurch Mehreinnahmen von 2,5 Milliarden Euro. Doch angesichts hoher Benzinpreise denkt auch die SPD über eine Netto-Entlastung von Pendlern nach.
Der stellvertretende SPD-Fraktionschef Joachim Poß rief dazu auf, erst das Urteil des Bundesverfassungsgerichts über die Neuregelung der Pendlerpauschale abzuwarten, ehe man das Gesetz ändere. Auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), SPD-Vorsitzende Kurt Beck sowie die Kanzlerin Angela Merkel ermahnten die Mitglieder in ihren Fraktionen, erst nach einer Entscheidung aus Karlsruhe über die Zurücknahme ihres eigenen Gesetzesbeschlusses konkret nachzudenken.
In Hinblick auf den Wahlkampf in Bayern bezeichnet Pronold den Stimmungswandel besonders in der Union als Wählertäuschung: Die Kürzung der Pauschale sei von CDU und CSU in entsprechenden Koalitionsverhandlungen durchgesetzt worden, während die SPD nur zugestimmt habe, um dafür von der Union die Zusage für die Steuerfreiheit der Schichtzuschläge zu erhalten.