Inhaltsverzeichnis
2. Börsenplus bei Regierungswechsel3. Mögliche Reformgewinner

Neuwahlen - Chance für Aktienanleger?


Neuwahlen - Chance für Aktienanleger?
Am 18. September 2005 wird ein neuer Bundestag gewählt. Möglicherweise wird es nach diesem Termin auch eine neue Regierung geben. Seitdem Bundeskanzler Schröder im Mai angekündigt hat, die Bundestagswahl um ein Jahr vorzuziehen, ist Bewegung in die Finanzmärkte gekommen. Der Deutsche Aktienindex (DAX) hat seitdem in der Spitze um mehr als 600 Punkte zugelegt.

In den steigenden Kursen drückt sich die Hoffnung und der Wunsch der Wirtschaft nach einer neuen Regierung aus. Von einem Wechsel verspricht man sich wirtschaftsfreundliche Reformen, die zu mehr Beschäftigung und damit zu einem konjunkturellen Aufschwung führen sollen. Doch sind die Hoffnungen der Anleger wirklich berechtigt? Sind Wahljahre ein guter Zeitpunkt für Börseninvestitionen?


US-Wahlen gut für die Börse
Langzeituntersuchungen in den USA haben ergeben, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Jahr der Präsidentenwahl und einer positiven Börsenentwicklung gibt. Der amerikanische Aktienindex Dow Jones stieg in Präsidentenwahljahren um durchschnittlich 7,5 Prozent, während er in den Jahren nach der Wahl nur um rund 2,8 Prozent zulegte.

Die Erklärung hierfür ist relativ einfach. Die Amtsinhaber benötigen ein positiv gestimmtes Wahlvolk, um wiedergewählt zu werden. Deshalb starten Sie bereits vor der Wahl Initiativen, die den Konjunkturmotor anspringen lassen sollen. Hiervon profitieren die Wirtschaft und letztlich auch die Börsianer.

In den Nachwahljahren geht es dann häufig darum, die Staatsverschuldung nicht ausufern zu lassen. Ein solches Anliegen zieht Investitionskürzungen nach sich und wird von der Börse dementsprechend nicht belohnt. Doch auch in diesen Zeiten konnte der amerikanische Kollege des DAX der Langzeituntersuchung zufolge noch Punkte gewinnen, wenn auch nicht ganz so viele wie in Wahl- und Vorwahljahren.


Politik und Wirtschaft in USA enger verknüpft
Dass eine solche Regel auch in Deutschland Gültigkeit besitzt, wird teilweise bezweifelt. Die Verknüpfung von Wirtschaft und Politik ist in den USA weitaus größer als in Deutschland. Die Rolle des US-Präsidenten als Staatsoberhaupt ist im Hinblick auf Wirtschaftsfragen des eigenen Landes auch eine viel einflussreichere als die des deutschen Bundeskanzlers.

Von dem bloßen Wahlereignis selbst lässt sich der deutsche Markt wenig beeindrucken. Im Gegenteil: In elf Wahljahren seit 1965 schloss die Börse am Jahresende sieben Mal im Minus und nur viermal im Plus, wie Analysten der Dresdner Bank herausfanden.


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