Dr. Sabina Wefing
Der kleine Finanzcoach
"Es ist nie zu früh"

Die Ferien sind in den meisten Bundesländern zu Ende, die Schule – und damit der Ernst des Lebens – hat für viele Schüler wieder begonnen. Mathe, Deutsch, Geschichte und Sport bestimmen den Alltag der Ferienrückkehrer wieder. Die Themen Wirtschaft und Finanzen werden jedoch in den wenigsten Fällen zum Unterrichtsstoff zählen. Wer seinem Kind gleichwohl frühzeitig Wissen und Bewusstsein für das Finanzielle im Leben vermitteln möchte, findet einiges an Finanzliteratur, die sich speziell an Schüler richtet.
Es ist nie zu früh "Der kleine Finanzcoach" aus dem Thiemo Graf Verlag mahnt beispielsweise in der Schülerversion mit dem Untertitel "Es ist nie zu früh". Mit seinen rund 80 Seiten hat das Buch auch einen Umfang, der den interessierten "Otto-Normal-Schüler" nicht abschreckt. Übersichtlich gegliedert behandelt das Buch die Themen "Was kostet das Leben?", Taschengeld, Versicherung, Börse, Sparen, Rente und Finanzberater.
Der jugendliche Leser wird hier von der Autorin Dr. Sabina Wefing in direkter Rede angesprochen, was gut ist, denn dadurch bekommt er das Gefühl, dass der Autorin wirklich daran gelegen ist, ihm finanzielle Zusammenhänge verständlich zu vermitteln. Die Beispiele, die für Vergleichsrechnungen oder Checklisten gewählt wurden, sind ebenfalls auf die Zielgruppe abgestimmt. Hier geht es um Kosten für iPod, Handy, CD's, Fastfood oder Fahrrad. An einfachen und sehr anschaulichen Beispielen werden eigentlich komplizierte Dinge, wie die Funktionsweise einer Versicherung oder der Börse, erklärt. Meist geht es dabei immer um Situationen aus dem (mutmaßlichen) Alltag eines Schülers.
Fahrradausflug erklärt Versicherung Der Nutzen einer Versicherung wird beispielsweise anhand eines Fahrradausfluges erklärt, bei dem das Rad eines Mitschülers zu Bruch geht. Haben alle vorher ein kleinen Beitrag von ihrem Taschengeld gegeben, muss der Bruchpilot nicht sein ganzes Taschengeld für die Reparatur aufwenden und kann weiter mitfahren. Alle anderen haben zwar etwas weniger Taschengeld dadurch, freuen sich aber, dass der Mitschüler weiter dabei ist und haben das gute Gefühl, dass sie es auch wären, wenn ihr Rad kaputt gegangen wäre.
Erzieherisch wertvoll preist das Buch auch die Vorzüge des Sparens an und warnt vor den Risiken von Schulden. Auch hier finden sich existenzielle Weisheiten wie "Sparen bedeutet, auf das Geldausgeben zu verzichten". Einfacher und treffender kann man es nicht beschreiben.
Ordnung bei den Finanzen ohne Peter Zwegat Im Anhang und in den einzelnen Kapiteln haben Autorin und Verlag hilfreiche Listen und Übersichten für den Selbstgebrauch zusammengefasst. Hierdurch soll der Schüler ein erstes Gespür für Ordnung im eigenen Finanzordner bekommen. Ein sehr löbliches Anliegen, denn wenn dies im späteren Leben erst Leute wie Schuldnerberater Peter Zwegat von RTL übernehmen, ist es meist zu spät.
Der kleine Finanzcoach überzeugt durch seine Kürze und durch die einfache Darstellung grundlegender Prinzipien beim Umgang mit Geld. Dass Schulden "nicht cool, sondern dämlich und gefährlich" sind, sollten sich nicht nur Schüler ab und zu mal wieder ins Gedächtnis rufen. Die schlichten Weisheiten sind es denn auch, die das Büchlein auch für Erwachsene interessant machen. Ein bisschen fühlt man sich an die Sendung mit der Maus erinnert: eigentlich für Kinder, aber man ertappt sich dann doch beim faszinierten Zuschauen. Und wenn man ganz ehrlich ist, hat man einige komplexe Zusammenhänge erst dort richtig verstanden. Insofern würde sich die Investition von 6,50 Euro für das Buch gleich doppelt lohnen.
Eike Böttcher
Redaktion banktip.de Dr. Sabina Wefing
Der kleine Finanzcoach - "Es ist nie zu früh"
Jugendliche und Finanzen – Schüler
Thiemo Graf Verlag, Röthenbach
1. Auflage, 79 Seiten, broschiert
6,50 Euro [D]
ISBN: 978-3-9809950-7-8