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Kommentar: Die Versicherungen und die Krise


Kommentar
Von Wolff von Rechenberg

Auch wenn die Banken derzeit schon wieder schwärmen, dass die Krise vorüber sei - der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft holt uns auf den Boden der Tatsachen zurück. Bei einer Pressekonferenz in Berlin zum Thema Schaden- und Unfallversicherung stellte der Verband fest: Die Krise ist noch gar nicht bei allen Deutschen angekommen, und erst wenn sie breite Bevölkerungsschichten erreicht hat, erreicht sie auch die Versicherer.

Was wird denn passieren, wenn im kommenden Jahr 1,5 Millionen Fabrikarbeiter, die bisher auf Kurzarbeit sind, in die Arbeitslosigkeit einrücken? Was passiert denn, wenn plötzlich 1,5 Millionen Riester-Renten und 1,5 Millionen Berufsunfähigkeitsversicherungen beitragsfrei gestellt werden?

Einen Vorgeschmack hat die Branche mit der Abwrackprämie erlebt. Nicht dass die Zahl der Kfz-Versicherungen eingebrochen wäre. Im Gegenteil! Nur haben die Deutschen eben den Mittelklassewagen abgewrackt und durch einen Kleinwagen ersetzt. Der kostet weniger Prämie und bringt dem Versicherer weniger Geld. Das hat gereicht, ein Loch in der Größe eines dreistelligen Millionenbetrags in die Kassen der Kfz-Versicherer zu reißen.

Nur weil die Banken die Krise für beendet erklären, ist sie noch lange nicht vorbei. Im Gegenteil: Über die Versicherungswirtschaft könnte die Krise leicht wieder ins Finanzsystem zurückkehren und dort eine neue Runde des Heulens und Zähneklapperns auslösen.

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