Fahrrad: Welche Versicherung lohnt sich?
Als Fortbewegungsmittel ist das Fahrrad weder im Preis zu schlagen noch in der Öko-Bilanz. Fahrräder sind gefragt - auch als Diebesgut. 360.000 Fahrräder wurden 2008 laut Polizeiangaben geklaut. Hinzu kommt eine Dunkelziffer. Schätzungen gehen von einer Million aus.
In den gemeldeten Fällen beziffert die Polizei den Gesamtschaden auf 123 Millionen Euro, das sind etwa 340 Euro pro Rad. Und wenn ein Fahrrad weg ist, dann ist es weg: Die Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen liegt im Bundesdurchschnitt bei zehn Prozent. In Städten mit hoher Fahrraddichte liegt die Quote oft weit tiefer.
Besser als auf ein - unwahrscheinliches - Wiedersehen mit dem entwendeten Drahtesel zu warten, ist eine vernünftige Fahrradversicherung. Dem Radler stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Die Hausratversicherung mit Deckungserweiterung für das Fahrrad oder eine spezielle Fahrradversicherung.
Hausratversicherung
In den allermeisten Fällen reicht die Hausratversicherung mit einer entsprechenden Zusatzversicherung für das Fahrrad. Wird das Rad aus dem heimischen - verschlossenen - Fahrradkeller entwendet, dann ersetzt die Hausratversicherung den Verlust. Wer sein Rad auch draußen gut versichert wissen möchte, schließt eine Deckungserweiterung für Fahrräder ab. Dann ist das Rad auch versichert, wenn es irgendwo angeschlossen ist. Dieser Versicherungsschutz gilt gerade bei älteren Verträgen nur zwischen 6 Uhr und 22 Uhr.
Wer seltener nachts radelt, kommt damit aus. Zumal die Versicherer mitunter auch nach 22 Uhr Ersatz leisten: Wer das Rad vor dem Kino anschließt und nach Ende der Vorstellung um 23 Uhr feststellt, dass es geklaut wurde, braucht sich keine Sorgen zu machen. Der Kinobesuch gilt als Einheit und fällt deswegen unter den Versicherungsschutz, auch wenn er erst nach 22 Uhr endet. Danach sollte man jedoch direkt nach Hause radeln und das Rad wieder im Keller einschließen. Wer nach dem Kino noch in die Kneipe radelt, tut das auf eigene Gefahr. Das muss aber nicht immer so sein. Immer mehr Hausratversicherungen leisten Ersatz rund um die Uhr. Es lohnt sich also, beim Versicherer nachzufragen und gegebenenfalls zu einem anderen Unternehmen zu wechseln.
Im Rahmen eines solchen Zusatzes zur Hausratversicherung lassen sich Fahrräder meist kostengünstig gegen Diebstahl versichern. Die Hausratversicherung leistet für ein gestohlenes Fahrrad Ersatz bis zu einem Wert in Höhe von wenigen Prozenten der Versicherungssumme. Die Spanne reicht in der Regel von einem bis zu drei Prozent. Wer mehr Ersatz haben will, muss allerdings auch eine höhere Prämie zahlen. Andererseits liegt der Wert eines geklauten Rades im Durchschnitt bei 340 bis 350 Euro, je nach Statistik. Für solche Beträge dürfte in den allermeisten Fällen der Ersatz durch die Hausratversicherung ausreichen.
Eine günstige Hausratversicherung inklusive Fahrraddiebstahlversicherung kostet im Jahr zwischen 140 und 200 Euro. Dabei haben wir die Größe der Wohnung auf 80 Quadratmeter gerechnet und die Versicherungssumme mit 52.000 Euro, einem realistischen Wert, angesetzt. Bei Verlust des Fahrrades würde die Versicherung in unserem Rechenbeispiel bis zu drei Prozent von der Versicherungssumme ersetzen. Das sind stolze 1560 Euro. Das reicht selbst für sehr hochwertige Fahrräder.
Fazit: Die Hausratversicherung mit Aufschlag fürs Fahrrad bietet genug Sicherheit vor Fahrraddiebstahl. Der Vergleich von Hausratversicherungen mit dem Rechner auf www.banktip.de bietet einen ersten Hinweis zur günstigsten Hausratversicherung. Aber Vorsicht: Die Prämien werden regional berechnet - auch die Zuschläge für die Fahrradversicherung. In Städten mit viel Fahrraddiebstahl sind für den Fahrradschutz stolze Aufpreise nötig.
Übrigens: In der Hausratversicherung gibt es für den Wert des Fahrrades nach oben nur eine Grenze: die Versicherungssumme. Besitzt unser Versicherter einen Hausrat im Wert von 100.000 Euro, dann bekommt er ein Fahrrad bis zum Wert von 3.000 Euro von der Versicherung ersetzt, wenn es geklaut wurde.
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