
Geld darf man nicht zerstören und bei Euroscheinen weiß man nicht, woher sie kommen. Stimmt nicht, oder doch? Um das liebe Geld ranken sich verschiedene Irrglauben und Mythen. Banktip hat weit verbreitete Aussagen auf ihre Richtigkeit geprüft.
Vergessenes Geld im Bankautomaten wird dem Konto wieder gut geschrieben Stimmt: Wenn man am Geldautomaten sein Geld vergisst, werden die Scheine nach einer halben Minute wieder eingezogen. Wenn am Ende des Tages ein Plus im Automaten zu verzeichnen ist, schreibt die Bank den entsprechenden Betrag in aller Regel dem
Girokonto gut. Problematisch wird es allerdings, wenn der nächste Kunde das Geld aus dem Ausgabefach nimmt. Mit Glück meldet sich der Finder bei der Bank oder der Polizei. Falls nicht, kann die Polizei versuchen, den Täter mit der Videoüberwachung zu finden.
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Bildergalerie: Mythen ums Geld
Banktip hat weit verbreitete Aussagen auf ihre Richtigkeit geprüft.
Automaten nehmen Münzen eher an, wenn man sie vorher daran reibt.Stimmt nicht: Oft findet man an Automaten neben dem Einwurfschlitz eine blank gerubbelte Stelle. Viele glauben, wenn man eine Münze "poliert", nimmt sie der Automat danach eher an. Tatsächlich prüfen Sensoren im Inneren der Maschine jedoch nicht das Aussehen, sondern die Leitfähigkeit des Materials. Dass viele Menschen an den "Rubbeltrick" glauben, liegt eher daran, dass sie die Münze einige Male einwerfen. Und bei mehreren Versuchen steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Automat die Münze schließlich annimmt.
Bei Euroscheinen weiß man nicht, woher sie kommen Stimmt nicht: Im Gegensatz zu den Münzen befinden sich auf allen Euroscheinen die gleichen Motive. Trotzdem kann man feststellen, aus welchem Land sie kommen. Auf der Rückseite der Banknoten befindet sich eine Seriennummer, der ein Buchstabe vorangestellt ist. Dieser sagt aus, in welchem Land der Schein gedruckt wurde. So steht ein X zum Beispiel für Deutschland, ein N für Österreich oder ein V für Spanien. Eine
Tabelle der Kennbuchstaben findet man auf der Webseite der Bundesbank.
Geldscheine sind aus PapierStimmt nicht: Wie die Euroscheine bestehen fast alle Banknoten aus Baumwollfasern. In einigen Ländern wie Australien werden Geldscheine auch aus Kunststoff gefertigt. Das ist zwar in der Herstellung teurer, dafür halten die Geldscheine aber bei Hitze und Feuchtigkeit länger.
Der Materialwert einer 1-Cent-Münze ist höher als ihr NennwertStimmt nicht: Eine
1-Cent-Münze besteht aus etwa 2 Gramm verkupfertem Stahl. Der Materialwert orientiert sich an der Nachfrage und ist deshalb nicht konstant. Jedoch würde er den Wert einer 1-Cent-Münze bei weitem nicht übersteigen. Betrachtet man neben den Material- auch die Herstellungskosten, ist die Münze allerdings genau das wert, nämlich einen Cent.
Es ist verboten, Geld zu zerstörenStimmt teilweise: Geld gehört nicht dem Staat, sondern dem Eigentümer. Daher kann man sein eigenes Geld auch nach Lust und Laune zerstören, ohne sich damit strafbar zu machen. Das geht aber nicht in jedem Land. Wer zum Beispiel in den USA eine Banknote zerschneidet, verfälscht, beschädigt, verunstaltet oder durchlöchert, kann laut Gesetzestext mit einer Geldbuße oder Gefängnis bestraft werden.
Zerrissene Geldscheine sind nichts mehr wert Stimmt nicht: Beschädigtes Geld kann bei der Hausbank oder der Europäischen Zentralbank umgetauscht werden. Bei Geldscheinen muss man aber mindestens 51 Prozent vorweisen können. Einen Schein zu halbieren und dann beide Teile einzeln einreichen geht also nicht. Besitzt man weniger als die Hälfte der Banknote, muss man nachweisen, dass der Rest vernichtet wurde.
Geld überträgt KrankheitenStimmt teilweise: Geldscheine und Münzen sind generell kein guter Nährboden für Bakterien und Viren. Forscher konnten auf Bargeld zwar Krankheitserreger nachweisen - diese werden dem Menschen allerdings unter normalen Umständen nicht gefährlich. Denn für eine Ansteckung muss die Besiedlungsdichte der kleinen Keime hoch genug sein. In bisherigen Untersuchungen befand sich die Anzahl der Erreger auf Bargeld im unschädlichen Bereich. Insofern geht von Geld die gleiche Ansteckungsgefahr aus wie von Haltegriffen im Bus, frischem Obst auf dem Markt oder Türklinken in öffentlichen Gebäuden.