Die Abgeltungssteuer könnte einige Sparer und Produkte weit früher treffen als ursprünglich gedacht. Wie FOCUS Online berichtet, habe die Bundesregierung auf eine entsprechende FDP-Anfrage verdächtig ausweichend reagiert: Änderungen bezüglich der Abgeltungsteuer würden geprüft. Im Übrigen sei es nicht sinnvoll, über einen Stichtag vorab zu reden. Das heize die Diskussionen weiter an.
Eigentlich soll die Abgeltungssteuer erst zum 1. Januar 2009 greifen. Alle Zinserträge, Dividenden und Kursgewinne unterfallen ab diesem Datum einer pauschalen Steuer von 25 Prozent. Bei Wertpapieren gilt dies jedoch erst für Produkte, die nach diesem Datum erworben werden. Da die Finanzindustrie schon zu lautstark damit warb, dass es bei Zertifikaten Lücken gebe, gilt hierfür bereits eine besondere Regelung. Der Stichtag bei Zertifikaten, die nach Ablauf der Spekulationsfrist steuerfreie Gewinne abwerfen können, war bereits am 14. März 2007.
Nun scheint die Bundesregierung eine weitere Verschärfung der Rechtslage anzustreben. "Wir beobachten den Markt, sehen uns an, welche Produkte aufgelegt werden. Wir halten uns die Option offen, gegenzusteuern, wenn versucht wird, die Abgeltungssteuer zu umgehen", sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums gegenüber FOCUS Online. Dem Bericht des Nachrichtenmagazins zufolge stehen insbesondere die sogenannten Millionärsfonds, bei denen nur eine Person Anteilseigner ist und innerhalb des Fonds steuerfrei umschichtet, und Zertifikatefonds auf dem Prüfstand.
Als möglicher Stichtag für die verschärfte Regelung gilt der 8. oder 9. September. An diesem Tag findet die dritte Lesung des Jahressteuergesetzes 2008 im Bundestag statt. In dieses Gesetz könnten die neuen Vorschriften bereits eingebaut werden.