Wer als Privatanleger den Empfehlungen von Analysten großer Investmenthäuser vertraut, sollte in Zukunft genauer hinschauen. Einer Studie der Universitäten Harvard und Berkeley zufolge sind die Banker gegenüber Privatkunden nicht immer ganz so ehrlich, wie sie es gegenüber institutionellen Anlegern sind. Dies berichtet das Handelsblatt.
Dem Bericht zufolge werden Einschätzungen von Unternehmen bewusst geschönt, um sich bei den bewerteten Unternehmen beliebt zu machen. Dies geschieht jedoch vorwiegend gegenüber Privatkunden. Bei den Profi-Anlegern können sich die Analysten das nicht leisten, so die Studie. Das Risiko, dadurch einen großen Aktienhändler zu verlieren, ist zu groß.
Geben die Analysten gegenüber Privatanlegern Empfehlungen für den Kauf/Verkauf von Unternehmensaktien ab, dann fallen diese Empfehlungen positiver aus, wenn die Bank des Analysten mit den zu beurteilenden Unternehmen im Investment-Banking-Bereich zusammenarbeitet. Die Studie ergab, dass in solchen Situationen betroffene Analysten deutlich länger an positiven Empfehlungen festhalten als Kollegen, bei denen keine Verbindung von Bank und zu bewertendem Unternehmen besteht. Bei negativen Entwicklungen warten die Analysten mit potenziellem Interessenkonflikt viel länger, bis die Empfehlung wieder abgesenkt wird.
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