Die argentinische Präsidentin, Cristina Fernández de Kirchner, wird auf der Frankfurter Buchmesse von einem deutschen Gerichtsvollzieher verfolgt. Die Regierung des Andenstaates schuldet Anlegern noch bis zu 15 Milliarden Dollar (rund 10,8 Milliarden Euro). Unter ihnen befinden sich auch viele deutsche Privatanleger, die in Argentinien-Anleihen investiert hatten. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Kirchner hatte am Dienstag als Präsidentin des diesjährigen Gastlandes die Buchmesse eröffnet (Foto).
Das Frankfurter Amtsgericht bestätigte, dass die Justizbeamten nach pfändbarem argentinischen Staatseigentum suchten. "Wir haben zwei Vollstreckungsaufträge erhalten und einen Gerichtsvollzieher deshalb auf die Messe geschickt", sagte der Vizepräsident des Amtsgerichts, Bernhard Olp. Bislang sei der Beamte aber noch nicht fündig geworden.
2001 hatte das südamerikanische Land den Bankrott erklärt, die Rückzahlungen der mehr als 100 Milliarden Dollar Staatsschulden eingestellt und den Peso abgewertet. Seitdem kämpfen Anleger und ihre Anwälte für ihre Entschädigung. 2005 hatte Argentinien den Gläubigern ein Angebot zur Umschuldung unterbreitet, bei dem die Anleger auf rund 70 Prozent ihrer Forderungen verzichten sollten. Das war den Gläubigern zu wenig. Erst zu Beginn dieses Jahres hat der Andenstaat eine ähnliche Offerte ausgesprochen.
Foto: © PRÄSIDIALAMT ARGENTINIEN
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