Die EU-Kommission plant, das bargeldlose Zahlen innerhalb der Europäischen Union zu vereinfachen. Nach einem am Donnerstag in Brüssel vorgestellten Richtlinienvorschlag sollen internationale Überweisungen und bargeldlose Zahlungen innerhalb der EU nicht mehr kosten, als Transaktionen auf nationaler Ebene. Dies berichtet das Handelsblatt.
Der von EU-Binnenkommissart Charlie McCreevy vorgestellte Entwurf sieht für Zahlungen bis zu einem Wert von 50.000,- Euro einen einheitlichen europäischen Zahlungsraum für alle 25 EU-Staaten bis 2010 vor. Von der Regelung wären somit auch die Staaten umfasst, die nicht der Währungsunion angehören. Die Finanzbranche hat derzeit lediglich Pläne für einen einheitlichen Zahlungsraum für Transaktionen in den Ländern der Währungsunion und kritisiert die Pläne der Kommission denn auch als zu kostenintensiv.
Der Vorschlag der Kommission sieht weiterhin vor, dass Banküberweisungen bereits nach einem Tag auf dem Konto des Empfängers gutgeschrieben werden. Nach Ansicht des Bundesverbandes Deutscher Banken geht diese Forderung zu weit. Eine solche Praxis sei nur mit unverhältnismäßig hohen Kosten zu realisieren. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken- und Raiffeisenbanken, Christopher Pleister, wies darauf hin, dass die Mehrkosten letztlich der Verbraucher zahlen müsse. In Deutschland würden Überweisungen nach spätestens drei Tagen gutgeschrieben und dies sei ausreichend.
Darüber hinaus stößt die geplante Regelung zur Haftung der Zahlungsunternehmen auf Unmut. Kreditinstitute sollen auch ohne eigenes Verschulden bei Problemen mit Zahlungen innerhalb der EU haften. Für private Verbraucher soll die Haftung dagegen selbst bei Missbrauch auf 150,- Euro beschränkt werden.
Die Kritik aus der Finanzbranche weist McCreevy weit von sich. „Diese Richtlinie ist nicht für die Banken gedacht, sondern für den Bürger“, sagte der EU-Kommissar. Der Wettbewerb werde seiner Ansicht nach dafür sorgen, dass sich auch die Kritiker auf die neuen Regelungen einstellen.
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