Wenn es nach den Deutschen Privatbanken geht, gehört das Drei-Säulen-Modell der hiesigen Bankenlandschaft in Zukunft der Vergangenheit an. Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Banken (BdB), Klaus-Peter Müller, sagte auf dem 18. Deutschen Bankentag, dass für eine internationale Wettbewerbsfähigkeit das Aufbrechen der Drei-Säulen-Struktur ohne Alternative sei. Die öffentlich-rechtlichen Geldinstitute werden seiner Meinung nach zu sehr protegiert. Landesbanken dürften private Institute übernehmen, umgekehrt sei es Privatbanken allerdings nicht gestattet, sich an öffentlich-rechtlichen Häusern mehrheitlich zu beteiligen. Die Sparkassengesetze würden nicht akzeptable Schutzzäune sichern.
Neben der Forderung nach mehr Wettbewerb wurden auf dem Bankentag auch die Chancen und Risiken der Globalisierung diskutiert. Die Podiumsdiskussion zu diesem Thema, an der unter anderem der Deutsche Bank-Chef Dr. Josef Ackermann und Bundesbankpräsident Prof. Axel Weber teilnahmen, ließ erkennen, dass sich die deutschen Institute der Risiken der Globalisierung durchaus bewusst sind. Gleichwohl betonten die Diskutanten, dass die Chancen eines weltweiten (Finanz-)Marktes deutlich überwiegen. Dies gelte es den Menschen zu vermitteln ohne ihre Ängste unberücksichtigt zu lassen.
Neben Vertretern der deutschen Privatbanken nahmen auch Finanzminister Peer Steinbrück und Bundeskanzlerin Merkel als Gastredner am 18. Deutschen Bankentages teil. Finanzminister Steinbrück stellte den anwesenden Bankern erste Eckpunkte für die geplante Unternehmenssteuerreform für Mai in Aussicht. Zum Jahresende könne mit einem Gesetzesentwurf gerechnet werden. Steinbrück machte darüber hinaus deutlich, dass man an der geplanten Mehrwertsteuererhöhung festhalten werde. Zum durch die EU-Kommission auf die Tagesordnung gerufenen Namensmonopol der Sparkassen unterließ der Finanzminister jegliche Äußerung.
Für Bundeskanzlerin Merkel war es der ersten Auftritt vor der versammelten Finanzbranche. Glaubt man dem Beifall, hat sie sich wacker geschlagen. Ihr Bekenntnis zur Förderung des Bürokratieabbaus erntete ebenso viel Applaus wie ihre Ausführungen zur Globalisierung, der man nicht mit Zentralismus begegnen dürfe. "Sie wirkt kompetent. Das ist doch das, was wir von ihr erwarten können und müssen", fasste der Chef des Deutschen Aktieninstituts, Rüdiger von Rosen, den Auftritt der Bundeskanzlerin gegenüber der Financial Times Deutschland zusammen.
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