Zurzeit übernehmen die Banken häufig nur die Finanzierung von Franchiseunternehmen, künftig soll Franchising innerhalb des Bankbetriebes selbst auf die Tagesordnung. So kann sich gut jede zehnte Führungskraft deutscher Geldhäuser eine Filialstruktur auf Basis von Franchisesystemen vorstellen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie von Mummert Consulting, der Fachzeitschrift Bankmagazin und der Firma Inworks. Der Grund ist, dass 85 Prozent der Kreditbankentscheider ihre Kostenstruktur als problematisch bezeichnen.
Als Ursache dafür nennen sie unter anderem die hohe Filialdichte. Fast 40 Prozent der Entscheidungsträger planen, Bankfilialen zu schließen oder zusammenzulegen. Kooperationen mit unabhängigen Finanzvertrieben hält gut ein Fünftel der Bankmanager für möglich. Eine Minderheit von 19 Prozent ist dagegen der Meinung, der Filialbetrieb sei Kerngeschäft und könne nur von der Bank betrieben werden.
Jeder zehnte Bankmanager sieht die Lösung der Kostenprobleme im Franchising der Filialen. Die Bank übernimmt dabei die Rolle des Franchisegebers und vergibt für ihre Filialen Konzessionen (Franchises). Den bisherigen Filialleiter ersetzt ein Franchisenehmer, der die Filialen als rechtlich selbstständige Vertriebsstelle unterhält. Rechtlich werden sämtliche Verträge zwischen den Kunden und dem Kreditinstitut abgeschlossen. Die Verantwortung für das Erbringen der vertraglich vereinbarten Leistungen liegt somit allein bei der Bankgesellschaft.
Für die Studie von Mummert Consulting wurden Anfang des Jahres 282 Fach- und Führungskräfte deutscher Kreditinstitute befragt. Die Befragten repräsentieren die wichtigsten Bankengruppen – private Kreditbanken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Bausparkassen und Hypothekenbanken. Die Interviews wurden durch das Marktforschungsinstitut forsa durchgeführt. (dh)
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