Die deutsche Bevölkerung lehnt einen gesetzlichen Zwang zur
kapitalgedeckten Altersvorsorge mit einer großen Mehrheit ab. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Heidelberger Finanzdienstleisters MLP.
Demnach sprechen sich 50 Prozent der Befragten gegen eine Regelung aus, die den Abschluss einer Riester-Rente oder einer betrieblichen Altersversorgung vorschreibt. Lediglich 34 Prozent halten dies für einen guten Vorschlag; 16 Prozent antworteten mit "unentschieden". Am eindeutigsten ist das Votum der Menschen in Ostdeutschland. Sie wollen zu 57 Prozent weiterhin freiwillig vorsorgen. Nur 21 Prozent
halten eine Zwangsrente für eine sinnvolle Lösung.
Ein weiterer Grund für die bisherige Zurückhaltung der Bevölkerung bei der geförderten Altersvorsorge ist das Unwissen über die Leistungskürzungen im öffentlichen Umlagesystem. Die Frage, ob die Politik klar genug sage, dass die gesetzliche Rente in Zukunft wahrscheinlich nicht mehr sein werde als eine Grundsicherung, verneinten 58 Prozent der Befragten; nur 35 Prozent haben den Eindruck, dies werde klar genug ausgesprochen. Besonders deutlich
fällt das Ergebnis bei jungen Leuten zwischen 16 und 29 Jahren sowie bei Selbstständigen aus. Sie beklagen zu 64 bzw. zu 78 Prozent eine mangelhafte Aufklärung der Politik.