Das Britische Pfund wird neu gestaltet, und zwar in einem Aufsehen erregenden Design. Ab dem Sommer werden die neuen Münzen in Umlauf gebracht, berichtet "Spiegel online". Die Scheine bleiben vorerst die alten, und auch die alten Geldstücke sind weiterhin gültig. Mit den neuen Münzen demonstriert Großbritannien vor allem eines: Der Euro wird in dem Königreich auf absehbare Zeit wohl nicht eingeführt.
Vor drei Jahren beschloss der damalige Schatzkanzler und heutige Premierminister Gordon Brown, eine neue Gestaltung der Münzen auszuschreiben. Eigentlich wechseln die Briten nur mit den Regenten die Münzprägung. Schließlich muss auf Pfund und Penny immer das aktuelle Staatsoberhaupt zu sehen sein. Die bisherigen Bilder wurden deshalb vor 56 Jahren entworfen, als Elizabeth II. gekrönt wurde. Die Vorderseite zeigt ihr Portrait, das soll sich auch nicht ändern. Das königliche Münzamt teilte mit, das neue Design gelte "für eine lange Zeit in der absehbaren Zukunft".
Auf den Rückseiten werden ab dem Sommer Teile des königlichen Wappenschildes zu sehen sein. Wie in einem Puzzle wird jede Penny-Münze einen anderen Teil des Schilds zeigen. Die neue Einpfundmünze zeigt dann das komplette Wappen. Dieser Vorschlag des 26jährigen Designers Matthew Dent wurde aus 4.000 Vorschlägen ausgewählt, die bei der königlichen Münzanstalt eingingen. "Ich möchte, dass mein Design die Menschen erstaunt, unterhält und zum Lachen bringt", erklärte Dent sein Puzzle-Design. Leider ist auf den unterhaltsamen Münzen der Wert nur sehr schlecht zu erkennen. Statt in Zahlen steht er in kleinen Buchstaben am Münzrand zu lesen.
Doch nicht nur die extravagante Form, auch der Verzicht auf einige traditionelle Motive sorgte seit der Vorstellung der neuen Münzbilder für Ärger. Britannia, die Schutzgöttin der Insel, wird nicht mehr wie bisher auf dem 50-Pence-Stück zu sehen sein. Dabei geht ihr Bild als Münzprägung bis ins zweite Jahrhundert nach Christus zurück. Dazu fehlt in der neuen Kollektion der Drachen, das Wappentier von Wales – obwohl Dent selbst Waliser ist. Daraufhin organisierte die Redaktion der Boulevardzeitung "Mail on Sunday" eine Protestaktion: Der Leiter der Münzdesign-Kommission bekam Besuch von einer lebenden Britannia in voller Schlachtmontur und musste ihr versprechen, sie bald auf eine Zweipfund-Sondermünze zu prägen. Die Queen dagegen ist mit dem neuen Geld einverstanden.