Die Bundesrepublik Deutschland beabsichtigt, mehr
Privatanleger für ihre Schuldtitel zu begeistern. Das sagt Gerhard
Schleif, oberster Schuldenmanager des Bundes in der ZEIT. "Eine
schrittweise Erhöhung des Anteils auf drei bis fünf Prozent ist schon
ein sehr ehrgeiziges Ziel", sagt Schleif. Derzeit gehen von den
jährlich über 200 Milliarden Euro neuen Staatskrediten nur rund ein
Prozent direkt an Privatanleger. Das soll sich nach der für Mitte
diesen Jahres geplanten Zusammenlegung von Finanzagentur und
Bundeswertpapierverwaltung ändern.
Die steigenden Zinsen am Kapitalmarkt müssten nicht
notwendigerweise zu steigenden Zinsausgaben des Bundes führen. "Die
Zinssätze waren bei den alten Anleihen, die heute auslaufen, immer
noch wesentlich höher als die aktuellen Zinssätze für die neuen
Papiere." Dennoch dürfte die Nettokreditaufnahme per saldo die
Zinsausgaben etwas erhöhen, glaubt Schleif.
Vehement trat der Schuldenmanager des Bundes dem Eindruck
entgegen, die Kreditwürdigkeit der Republik werde am Kapitalmarkt
angezweifelt. "Wir bekommen die billigsten Kredite", sagt Schleif.
Kein anderes europäisches Land könne sich am Kapitalmarkt so günstig
finanzieren wie die Bundesrepublik.