Die Commerzbank will offenbar das Volumen ihrer Kredite an Großunternehmen reduzieren und das Geschäft mit Mittelstandskunden ausweiten. Mittelstandskredite seien für die Bank rentabler, seien breiter gestreut und in der Regel gesichert. Dies sagte Firmenkunden-Vorstand Nicholas Teller in einem Gespräch mit der Börsen-Zeitung.
Seit Anfang Juli bewertet die Commerzbank die Kreditwürdigkeit der Großkunden getrennt von der der Mittelständler. Es gehe dabei aber nicht darum, die Zahl der Großkunden zu reduzieren, sondern das Volumen der Kredite abzubauen und rentabler zu machen, betonte Teller. Dies sei auch eine Reaktion auf die Strategie vieler Unternehmen, die daran arbeiteten, ihre Verschuldung - insbesondere durch Kreditfinanzierung - abzubauen.
Anfang des Jahres hatte die Bank ein Sofortprogramm für die 200 am schlechtesten rentierenden Firmenkundenbeziehungen aufgelegt und Gespräche begonnen. 80 dieser Kunden entsprächen inzwischen den Rentabilitätsvorstellungen der Commerzbank. Mit keinem Kunden seien die Geschäftsbeziehungen beendet worden.
An Mittelständler und die kleineren Geschäftskunden hat die Commerzbank aktuell Kredite von 30 Mrd. Euro vergeben. Als Mittelständler definiert die Commerzbank Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 2,5 Mill. und 250 Mill. Euro.
Ein weiteres Ziel sei es, bis dahin auch 9 000 neue Mittelstandskunden zu gewinnen. Allein In diesem Jahr hat die Commerzbank laut Teller rund 1 300 neue mittelständische Kunden zu verzeichnen. Als Grund für den Zulauf nennt der Vorstand, dass Entscheidungen der anderen Großbanken von den Kunden kaum noch nachzuvollziehen seien. Somit sei die Bereitschaft von Unternehmen, die bis dato noch keine Bankverbindung zur Commerzbank haben, mit ihr ins Gespräch zu kommen, so groß wie noch nie.
(bs)
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