Der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, Rolf Breuer, nimmt seinen Hut. Nach einer Erklärung der Deutschen Bank vom Wochenende hat Breuer dem Aufsichtsrat in einer außerordentlichen Sitzung des Gremiums mitgeteilt, dass er zum 3. Mai 2006 sein Mandat niederlegen werde. Offiziell wird der Schritt damit begründet, dass Breuer seinen Arbeitgeber nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofes (BGH) vom 24. Januar 2006 von weiteren Diskussionen um seine Person entlasten wolle.
Der BGH hatte in einem Urteil klargestellt, dass die Deutsche Bank und Breuer dem Medienmogul Leo Kirch grundsätzlich zum Schadenersatz verpflichtet sind. Nach einer Interviewäußerung von Breuer über die Kreditwürdigkeit von Kirchs Firma war eine Gesellschaft des Kirch-Imperiums in die Pleite gerutscht, was den Zusammenbruch des ganzen Konzerns zur Folge hatte.
Nach Informationen der Financial Times Deutschland (FTD) hatte Kirch den Druck auf Breuer erhöht. So habe er den Aufsichtsräten der Deutschen Bank mitgeteilt, dass sie eine persönliche Haftung riskierten, wenn sie Breuer weiterhin als Aufsichtsratschef das Vertrauen aussprechen würden. Mit dem Rücktritt wolle Breuer einem Eklat auf der Hauptversammlung am 1. Juni vorbeugen, da Kirch bereits auf letzten Hauptversammlung im Mai 2005 versucht hatte, Breuer zu stürzen.
Der Rücktritt Breuers vom Vorsitz des Deutsche Bank-Aufsichtsrates ist bereits die zweite erzwungene Amtsniederlegung. Im vergangenen Jahr hatte er ebenfalls auf Druck von Aktionären den Chefposten im Aufsichtsrat der Deutschen Börse niederlegen müssen.
Nachfolger Breuers als Aufsichtsratschef der Deutschen Bank wird Clemens Börsig, der bisherige Finanzvorstand des Institutes.
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