Die Deutsche Bank senkt zum 15. Dezember den Zinssatz bei Geldanlagen um fast einen Prozentpunkt. Davon betroffen ist ihr Produkt "Geldmarkt-Sparanlage", das die Bank anstelle eines Festgeldkontos anbietet. Das berichtet die "Berliner Zeitung" in ihrer Onlineausgabe.
Das Kreditinstitut orientierte sich bei seiner Verzinsung bisher am Euribor. Das ist der Zins, zu dem sich die Banken in Deutschland untereinander Kredite vergeben. Durch den Vertrauensverlust infolge der Finanzkrise berechnen die Banken einander für diese Kredite sehr hohe Zinsen.
Wie die "Berliner Zeitung" schreibt, stieg damit in Anlehnung an den Euribor auch die Verzinsung für Inhaber einer "Geldmarkt-Sparanlage". Bekam man Anfang des Jahres für eine Einlage von über 5000 Euro noch etwas mehr als drei Prozent, ist der Zinssatz inzwischen bis über vier Prozent gestiegen.
Die Deutsche Bank orientiert die Verzinsung der "Geldmarkt-Sparanlage" ab Mitte Dezember am niedrigeren EZB-Leitzins. Das ist der Zinssatz, zu dem sich die Banken Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) leihen können.
Momentan liegt der EZB-Leitzins bei 3,25 Prozent. Je nach Höhe der angelegten Summe variieren also die Zinsen, die die Deutsche Bank dem Sparer zahlt: Wer über 5000 Euro anlegt, der erhält 3,1 Prozent, für über 25.000 Euro gibt es 3,35 Prozent und ab 100.000 maximal 3,5 Prozent. Für den Anleger bei der Deutschen Bank bedeutet das einen deutlichen Zinsverlust.
Der Finanzexperte von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, Niels Nauhauser, empfiehlt daher, die Festgeldanlage der Deutschen Bank aus diesem Grund zu kündigen.
Denn Wirtschaftsexperten gehen davon aus, dass der EZB-Leitzins weiter sinken werde, damit billigere Kredite das Wachstum beschleunigen. Dann sinkt der Zinssatz für ein Festgeldkonto mit einer Einlage ab beispielsweise 5000 Euro erneut.
Die Deutsche Bank begründet diesen Schritt damit, dass der EZB-Zinssatz verlässlicher und transparenter sei und weniger unvorhergesehenen Schwankungen unterliege der Euribor. Kunden, die einen Widerspruch in Betracht ziehen, müssten nach Mitteilung der Bank den "Produktvertrag kündigen", schreibt die Zeitung.